E-Rechnung: Finanzminister-Einigung auf EU-Ebene, Gleichstellung mit Papierrechnung rückt näher

Langjährige WKÖ-Forderung vor Umsetzung - Leitfaden "Elektronische Rechnungsstellung für kleine und mittlere Unternehmen" neu und gratis zum Download

Wien (OTS/PWK260) - Die Erfüllung einer langjährigen Forderung
der Wirtschaftskammer Österreich rückt in greifbare Nähe: nämlich, dass elektronische Rechnungen aus umsatzsteuerlicher Sicht künftig mit Papierrechnungen gleichgestellt werden. Darauf haben sich die Finanzminister kürzlich auf europäischer Ebene geeinigt. Herwig Höllinger, stellvertretender Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), begrüßt diese Entwicklung: "Der richtige Einsatz der elektronischen Rechnung kann Unternehmen helfen, Verwaltungskosten einzusparen."

Daher fordert Höllinger die rasche Umsetzung der Gleichstellung von Papier- und E-Rechnung und damit die Abschaffung der Pflicht zur digitalen Signatur für die E-Rechnung in Österreich. Gemäß der Devise "Verwaltungskosten senken" dürfe die Gleichstellung nicht auf die lange Bank geschoben werden. Dabei sei von wesentlicher Bedeutung, " dass Lösungen mit Weitblick gefunden werden, die den Betrieben die nötige Flexibilität geben, den vollen Nutzen aus dem Einsatz der E-Rechnung zu ziehen. Und es gilt auch, Regelungen für bereits gesendete E-Rechnungen, die noch nicht alle Formerfordernisse erfüllen, zu finden."

So wie bei elektronischen Überweisungen seit Langem bewährt, werden unternehmensspezifische Anforderungen durch den Einsatz der jeweils passenden E-Rechnungs-Anwendung erfüllt. "Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, das Thema E-Rechnung in Unternehmen als Management-Thema zu erkennen - also zur 'Chefsache' zu machen", unterstreicht Höllinger.

Ist die Gleichstellung der E-Rechnung mit der Papierrechnung erfolgt, spielt die Art der Übermittlung - ob auf Papier oder elektronisch - keine Rolle mehr. Dann muss nur noch das für jedes Unternehmen ohnehin Selbstverständliche geprüft werden: Stammt die Rechnung wirklich vom Auftragnehmer, ist sie lesbar? Und: Wurde sie nach der Ausstellung verändert? Entscheidend ist, ob der Rechnung tatsächlich ein entsprechender Waren- oder Leistungsaustausch zu Grund liegt. Lästiges Reklamieren unvollständiger Rechnungen entfällt, da es bei strukturierten Rechnungen möglich wird, dass Software das Fehlen von notwendigen Rechnungsbestandteilen automatisch erkennt und beim Absender automatisch reklamiert. Auch die langwierige Suche in Papierarchiven entfällt, Zahlungsziele werden sicher erreicht und Mitarbeiter können für sinnvollere Tätigkeiten eingesetzt werden.

Jede Menge Informationen und anschauliche Beispiele zum Thema E-Rechnung bietet die vom European e-Business Lab erstellte Broschüre "European E-Invoicing Guide for SMEs". Eine deutschsprachige Übersetzung ist - im Auftrag des E-Centers der WKÖ und des Vereins "AUSTRIAPRO" - unter dem Titel "Elektronische Rechnungsstellung -Leitfaden für kleine und mittlere Unternehmen in der EU" gerade erschienen. Dieser Guide soll Unternehmerinnen und Unternehmern dabei helfen, die strategische Komponente und Wichtigkeit strukturierter E-Rechnungen besser zu verstehen. Sowohl die deutsch- wie auch die englischsprachige Fassung stehen auf www.wko.at/e-rechnung und auf www.austriapro.at zum kostenlosen Download zur Verfügung. (JR)

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