ÖAMTC-Lokalaugenschein bei Platts in London - Spritpreis regelt sich ausschließlich über die Nachfrage

Club fordert klare Spielregeln für fairen Kraftstoffmarkt

Wien (OTS) - "Wer macht eigentlich die Spritpreise - der Rohölpreis, der Spotmarktpreis oder der Markt?" Darüber wird fast täglich gestritten. Die ÖAMTC-Experten waren auf Lokalaugenschein in London bei Platts. Diese Firma ist der größte Informationsanbieter für Preise und Marktbewegungen im Energiesektor. Platts ermittelt die Spotmarkt-Notierungen, an denen sich die Mineralölfirmen angeblich bei der Preisgestaltung orientieren. Die Gespräche in London haben eindeutig bestätigt, was der ÖAMTC seit langem beobachtet: "Der Spritpreis an den Tankstellen regelt sich ausschließlich über die Nachfrage", so ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brandau. "Öl- und Spotmarktpreise haben nichts mit den Preissprüngen zu tun, das soll die Mineralölwirtschaft endlich einmal ehrlich zugeben." Die Gewinne sind beträchtlich. Allein während der Osterwoche werden in Österreich rund 280 Millionen Liter Sprit verbraucht. "Wenn der Preis für einen Liter um fünf Cent steigt, lukriert die Mineralölwirtschaft in dieser Woche Mehreinnahmen von 12 Millionen Euro. Und der Staat nimmt rund 2,5 Millionen Euro an Mehrwertsteuern ein", sagt Brandau.

Was an den Tankstellen ungestraft möglich ist, wäre in Geschäften undenkbar. "Wer würde akzeptieren, dass ein Liter Milch vor dem Wochenende plötzlich massiv teurer und am Montag wieder billiger wird", erklärt die Clubexpertin. Für den ÖAMTC ist klar: "Es gibt keinen Konsumenten, der so ungeschützt ist, wie die Autofahrer. Der Spritpreismarkt braucht höchste Transparenz und faire Mechanismen."

Bis dato gibt es aus Sicht des Club nur sehr halbherzige Schritte. Auf Bundesebene wird die Verordnung zur Preisauszeichnung vom vergangenen Jahr gerade von der Mineralölwirtschaft gerichtlich bekämpft und könnte mit Ende dieses Jahres ersatzlos auslaufen. Angekündigt ist außerdem, dass die Österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) intensiver mit dem Deutschen Kartellamt zusammenarbeiten will. "Jede Vernetzung ist begrüßenswert", sagt die ÖAMTC-Expertin. "Wichtig wären jetzt rasche Ergebnisse."

Die Spritpreis-Entwicklungen vor Ostern im europäischen Vergleich

Das Motto "Preis regelt Nachfrage" zeigt sich auch im europäischen Vergleich. Wie in Österreich und in Deutschland sind auch in der Schweiz die Spritpreise in der Woche vor den Osterferien kontinuierlich gestiegen: Österreich: Super im Laufe der Woche um 4,4 Cent teurer, Diesel: 5,1 Cent / Deutschland: Super 3,4 Cent teurer, Diesel: 2,8 Cent / Schweiz: Super und Diesel im Schnitt um 5 Cent pro Liter.

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