Schatz fordert Praktikumsgesetz und Mindestentgelt

Morgiger "Tag des Praktikums" ist kein Grund zum Feiern

Wien (OTS) - "Tausende junge Menschen absolvieren in Österreich jedes Jahr ein Praktikum und es werden immer mehr. Aber die Bundesregierung reagiert nicht auf die daraus erwachsenden Probleme. Die ÖVP negiert das Thema sogar völlig," erklärt Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen anlässlich des morgigen Internationalen Tages des Praktikums.

Sowohl der Anstieg bei den Pflichtpraktika, die im Rahmen von Ausbildungen vorgeschrieben werden, als auch die Schwierigkeiten von JungakademikerInnen, am Arbeitsmarkt zu fairen Bedingungen Fuß zu fassen, haben einen Praktikums-Boom bewirkt. "Gesetzliche Regelungen, die den einen garantieren, dass sie in ihrem Praktikum wirklich etwas sinnvolles lernen und die anderen - die AbsolventInnen - davor schützen, als Billigstarbeitskräfte ausgenutzt zu werden fehlen bis jetzt," erklärt Schatz, die als vordringlichste Maßnahme ein Praktikumsgesetz und ein Mindestentgelt fordert. "Im jetzigen rechtlichen Graubereich ist alles möglich und dieser Spielraum wird leider meist auf Kosten der PraktikantInnen voll ausgeschöpft. Halbjährige Vollzeitpraktika von JungakademikerInnen für kein oder sehr, sehr wenig Geld sind genauso möglich, wie ein Pflichtpraktikum, das mit niedrigen Hilfstätigkeiten gefüllt ist und im Sinne der Ausbildung gar nichts bringt. Hier braucht es klarere Regeln, die den jungen Menschen Hilfestellung und Schutz geben," fordert Schatz.

Für Schatz ist es völlig unverständlich, dass die ÖVP die Notlage der Generation Praktikum strikt verleugnet: "In der SPÖ erkenne ich eine langsame Bewusstseinsbildung, vor allem in den Jugendorganisationen. Aber die ÖVP erklärt stur, es gibt keine Probleme. So wenig Verantwortungsgefühl für die nächste Generation zu zeigen, ist erschreckend." Die Grünen werden jedenfalls weiter für faire Arbeitsbedingungen für PraktikantInnen und bessere Einstiegsjobs für AbsolventInnen kämpfen. "Mit 26 Jahren 300 Euro für einen Vollzeitjob bezahlt zu bekommen, der sich als Praktikum tarnt und keine Sozialversicherungsansprüche bedingt, ist die Realität vieler hochqualifizierter junger Menschen. Hier muss die Politik eingreifen und das schnell", fordert Schatz abschließend.

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