Ostergeschäft im Spielwarenhandel geht auf Kosten chinesischer ArbeiterInnen

12 Euro geben Eltern pro Kind für Spielwaren zu Ostern aus. Weniger als 1 % davon erhalten die ArbeiterInnen in chinesischen Spielzeugfabriken.

Wien (OTS) - Der österreichische Spielwarenhandel erwirtschaftet 1/6 seines Jahresumsatzes mit dem Ostergeschäft. Wenn es um Geschenke für Kinder geht, wird auch in Zeiten der Wirtschaftskrise nicht gespart, wissen heimische SpielwarenhändlerInnen. 12 Euro geben Österreichs Eltern durchschnittlich pro Kind für Spielwaren zu Ostern aus. "Gespart wird hingegen bei den rund 4 Millionen FabrikarbeiterInnen, die häufig unter unmenschlichen Bedingungen in chinesischen Spielzeugfabriken arbeiten", ist Claudia Bonk, Leiterin der Südwind-Kampagne "Spielsachen fair machen!", empört. Während der Spielwarenhandel nach einem Plus von mehr als 5% im Jahr 2009 auf weitere Umsatzsteigerungen im Ostergeschäft zählt, erhalten ArbeiterInnen in chinesischen Spielzeugfabriken nach wie vor Hungerlöhne für ihre Tätigkeit. "Vom Verkaufspreis einer Barbie-Puppe bekommen ArbeiterInnen weniger als 1 Prozent als Lohn", kritisiert Bonk.

Problematische Arbeitsbedingungen in der Spielzeugproduktion

Mehr als 80% des Spielzeugs, das in Österreich verkauft wird, stammt aus China. Um im harten Konkurrenzkampf Aufträge zu bekommen, dulden chinesische ProduzentInnen die Verletzung von Menschen- und Arbeitsrechten in ihren Fabriken. Erzwungene überlange Arbeitszeiten, Niedrigstlöhne, die kaum zum Überleben reichen, Krankheiten und Unfälle wegen fehlender Schutzkleidung gehören in chinesischen Spielzeugfabriken zur gängigen Praxis. "Die Verantwortung dafür tragen letztendlich die Markenfirmen in Europa und den USA", erklärt Bonk.

KonsumentInnen wollen fair produziertes Spielzeug

Mehr als die Hälfte der österreichischen KonsumentInnen sind laut einer von Südwind 2009 in Auftrag gegebenen Studie über schlechte Arbeitsbedingungen in der Spielzeugproduktion informiert. Gleichzeitig sind die Ansprüche beim Spielzeugkauf hoch: 88% wollen sicher sein, dass ihr Produkt nicht aus Kinderhänden stammt und fast ebenso viele sagen aus, dass bei der Produktion soziale Mindeststandards eingehalten werden sollen. Für sozial verträglich hergestelltes Spielzeug sind drei Viertel der Befragten bereit, mehr zu zahlen, nämlich um durchschnittlich knapp 25%, so die Studie.

Kritischer Konsum wirkt

Die Kampagne "Spielsachen fair machen!" setzt sich mithilfe kritischer KonsumentInnen für faire Arbeitsbedingungen in der gesamten Produktionskette von Spielzeug ein. "Die zunehmende Nachfrage nach Spielzeug, das unter sozialverträglichen Bedingungen hergestellt wurde, wird die gesamte Branche in Zugzwang bringen", gibt sich Bonk optimistisch. Weitere Infos zur Kampagne sind auf www.spielsachen-fair-machen.at abrufbar.

Downloads
- Zusammenfassung der Studie (ppt)
- Infografik "Wer verdient an einer Barbie?"
- Fotos von ArbeiterInnen aus Chinas Spielzeugfabriken und von der Kampagne

Weitere Hintergrundinfos finden Sie unter:
http://www.spielsachen-fair-machen.at/start.asp?ID=231148

Die Südwind-Kampagne "Spielsachen fair machen!" wird von der Europäischen Union, der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit und der Dreikönigsaktion gefördert. Die von "Spielsachen fair machen!" vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Kampagne wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit dar.

Rückfragen & Kontakt:

Claudia Bonk
Kampagnenleiterin "Spielsachen fair machen!"
Tel.: (01) 405 55 15 323 oder 0699 19 47 90 03
E-Mail: claudia.bonk@suedwind.at

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