Wiens Straßen und Plätze sind für alle da

Maßnahmen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen nützen allen

Wien (OTS) - "Wir achten darauf, dass alle Menschen bei hoher Lebensqualität in Wohlstand, Sicherheit und Geborgenheit leben können", unterstreicht Stadtrat DI Rudi Schicker. "Dazu gehört, allen eine selbstbestimmte Teilnahme am öffentlichen Leben zu ermöglichen".

Barrierefreies Planen und Bauen ist deshalb ein besonderes Anliegen der Wiener Stadt- und Verkehrsplanung. "Lebensqualität für alle bedeutet in diesem Zusammenhang: Blindenleitsysteme, eine Absenkung der Gehsteige, eine bessere Beleuchtung, zusätzliche Querungsmöglichkeiten und vieles mehr", betont Schicker. 2010 werden wieder eine Reihe von Maßnahmen für mehr Barrierefreiheit auf Wiens Straßen und Plätzen gesetzt: Ein Blindenleitsystem wird Sehbehinderte und Blinde sicher durch die Fußgängerzone in der Favoritenstraße führen - vorbei an Schanigärten und Verkaufsständen. Und jede Woche wird eine Ampel neu mit Blindenakustik ausgestattet.

Gehsteigabsenkungen und Rampenanlagen etc. nützen nicht nur Mobilitätseingeschränkten oder Personen mit Kinder- oder Einkaufswägen sowie ältere und gebrechliche Menschen - alle schätzen den Komfort, den diese Anlagen bieten.

Gehsteige auf die man leicht rauf und runter kommt

Hohe Gehsteigkanten stellen Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer oder Personen mit Kinderwagen vor große Schwierigkeiten. Deshalb werden bei Neu- und Umbauten von Straßen die Gehsteige an Kreuzungen und anderen Fußgängerübergängen auf etwa drei Zentimeter über Fahrbahnniveau abgesenkt. Dieser Höhenunterschied ist wichtig, denn so ist für sehbehinderte und blinde Menschen mit dem Taststock und den Füßen die Grenze zur Fahrbahn wahrnehmbar.

An Kreuzungen und sonstigen Fußgängerübergängen, die mit einem Blindenleitsystem ausgestattet sind, ist eine Absenkung des Gehsteiges bis auf knapp einen Zentimeter über Fahrbahnniveau möglich. Hierbei ist jedoch auch auf bau- und entwässerungstechnische Rahmenbedingungen Bedacht zu nehmen.

Bereits seit Ende der 80iger Jahre arbeitet die Stadt Wien mit Hilfe eines besonderen Finanzierungsprogramms konsequent an der flächendeckenden Umsetzung von Gehsteigabsenkungen. Im Jahr 2009 wurden zirka 400 Gehsteigabsenkungen neu errichtet. In Wien konnten so bereits mehr als 90 Prozent aller Gehsteige abgesenkt werden, in den dicht bebauten Bezirken innerhalb des Gürtels sowie im 2.und 20. Bezirk sind es wesentlich mehr. In einigen Bezirken (2, 7, 8, 17 und 20) sind die Gehsteige bereits an nahezu allen Übergängen abgesenkt.

Mehr Platz damit man gut aneinander vorbeikommt

Personen mit Kinderwagen, RollstuhlfahrerInnen, Menschen mit Gehhilfen, sehbehinderte Personen und alle anderen, die auf den Gehsteigen der Stadt unterwegs sind, brauchen ausreichend Platz. Denn zu schmale Gehsteige bedeuten ständiges Ausweichen oder erzwungene Umwege. Daher hat sich die Stadt Wien zum Ziel gesetzt, Gehsteige im Zuge von Straßenneu- und Umbauten nach Möglichkeit mindestens zwei Meter breit zu bauen. So kommen Menschen, die sich am Gehsteig begegnen, bequem aneinander vorbei.

Bis Mai 2010 werden in der Kalvarienberggasse Süd die Gehsteige verbreitert und die Fahrbahn auf ca.3 cm unter Gehsteigniveau angehoben. Damit wird das Überqueren der Straße auch abseits der Kreuzungen und geregelten Fußgängerübergänge erleichtert.

Blindenleitsysteme für eine bessere Orientierung

Blinde und sehbehinderte Menschen benötigen Orientierungshilfen, die den Gehörsinn oder den Tastsinn ansprechen. Mit akustischen Signalen ausgestattete Ampeln zeigen die Rot- und Grünphasen durch bestimmte Lautsignale an. Taktile Leithilfen am Boden können mit dem Langstock oder mit den Füßen wahrgenommen werden. Sie helfen sehbehinderten oder blinden Menschen, sich auf Straßen und Plätzen zurecht zu finden.

2010 erhält die Fußgängerzone Favoritenstraße ein Blindenleitsystem. Selbstverständlich werden auch rund um die neuen U2-Stationen in der Donaustadt taktile Bodeninformationen Blinden und Sehbehinderten auf ihrem Weg zur U-Bahn die Orientierung erleichtern.

Derzeit gibt es in Wien bereits 607 Ampelanlagen mit Blindenakustik. 2010 kommt jede Woche eine weitere Ampel mit Blindenakustik hinzu. Ein Blindenleitsystem ergänzt die Maßnahmen. (Schluss) Lay

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