AK: Runter mit den Zinsen für Kredite und Kontoüberziehung! 2

AK gibt Erste-Hilfe-Tipps bei Zahlungsverzug

Wien (OTS) - Zahlungsrückstände bei Krediten oder ein Minus am Girokonto kommen teuer. Die KonsumentInnen dürfen nicht draufzahlen. Daher verlangt die AK, dass auch bei Girokonten Zinsanpassungsklauseln für Soll- und Habenzinsen eingeführt werden. Außerdem sollen die Zinsen für Kredite und Kontoüberziehungen sinken. Immerhin sind die Leitzinsen in den letzten 16 Monaten stark gefallen. Während die Sparbuchzinsen gesunken sind, bleiben die Kredit- und Kontoüberziehungszinsen oben - die Leitzinssenkung wird hier nicht an KonsumentInnen weitergegeben.

Wer sein Girokonto über dem vereinbarten Rahmen dauerhaft überzieht, hat üblicherweise zu den teuren Überziehungszinsen (bis zu 13,25 Prozent) zusätzlich fünf Prozent "Strafzinsen". "Reden Sie bei einer Kontoüberziehung mit Ihrer Bank über die Höhe des Überziehungsrahmens und überlegen Sie Maßnahmen, um das Minus abzudecken", rät AK Konsumentenschützer Christian Prantner. Ein überzogenes Konto kann etwa auch über eine monatlich fällige Rate abgezahlt werden. "Treffen Sie mit Ihrer Bank die Vereinbarung über eine leistbare Ratenhöhe, den Rückzahlungszeitraum und die Höhe des Überziehungszinssatzes", sagt Prantner. "Die Abdeckung des Minus durch ein Guthaben von einem niedrig verzinsten Sparbuch wäre auch eine Alternative."

Auf einen Blick: Erste-Hilfe-Tipps der Konsumentenschützer bei Zahlungsproblemen
+ Reden und verhandeln Sie bei ersten Zahlungsproblemen sofort mit Ihrer Bank, Bausparkasse, Leasinggesellschaft oder einem die Forderung betreibenden Rechtsanwalt oder Inkassobüro. Vereinbaren Sie neue Zahlungsmodalitäten. Je früher, desto besser - damit auch keine hohen Mahnspesen und Verzugszinsen anfallen!
+ Stundung einer Zahlung: Das ist zwar hilfreich, aber Achtung - die Zinsen laufen im Normalfall weiter! Das bedeutet, dass im Hintergrund der offene Saldo eines Kredites kräftig in die Höhe schießen kann. Es ist ratsam, mit verringerten Raten zumindest die anfallenden Zinsen abzudecken.
+ Verhandeln Sie bei sehr hohen Schulden eine Zinssenkung, einen Zinserlass oder ein Aussetzen der Zinsverrechnung bei Ihrer Bank, etwa bei den Verzugszinsen.
+ Machen Sie bei Zahlungsschwierigkeiten ein Sparprogramm, um Ihr privates Haushaltsbudget zu entlasten. Stellen Sie Ihre Ausgaben und Einnahmen gegenüber. Generell gilt: Bei Ausgaben den Rotstift ansetzen. Die Einnahmen, wenn möglich, steigern. Der AK Haushaltsbudget-Rechner im Internet hilft Ihnen dabei!
+ Schulden sind nicht gleich Schulden. Manche sind existenzbedrohend, etwa Mietrückstände, Stromrechnungen. Behandeln und begleichen Sie die Rechnungen vordringlich.
+ Einige namhafte Bank- und Versicherungsinstitute unterstützen derzeit ihre Kunden durch eigens geschnürte Maßnahmenbündel, wenn Sie in Zahlungsnot geraten sind.
+ Finger weg von Kredithaien oder so genannten Finanzsanierungsunternehmen. Nur staatlich anerkannte Schuldnerberatungseinrichtungen können wirklich helfen.
+ Sehen Sie überhaupt keinen Lichtstreif am Horizont? Dann vereinbaren Sie umgehend mit der nächstgelegenen Schuldnerberatung (http://www.asb-gmbh.at) einen Termin!

SERVICE: Die AK Erhebung finden Sie im Internet unter www.arbeiterkammer.at

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