AK: Keine Benachteiligung von Teilzeitbeschäftigten bei der Entlohnung

Wien (OTS) - "Es ist untragbar, dass Teilzeitbeschäftigte beim Aufstieg, bei der Weiterbildung und sogar beim Stundenlohn Nachteile erfahren. Viele Teilzeitbeschäftigte müssen mit diesem Einkommen das Auslangen finden, obwohl das Einkommen daraus oft nicht existenzsichernd ist. Zumeist sind es Frauen, die wegen Mängel im Bereich der Kinderbetreuung oder ungünstigen Arbeitzeiten Teilzeitarbeit verrichten", sagt Ingrid Moritz, Leiterin der Abteilung Frauen und Familie in der AK Wien und fordert, "dass die mit dem Arbeitszeitausmaß verbundenen Benachteiligungen dringend beseitigt werden müssen." Moritz verlangt unter anderem die Erstellung von Einkommensberichten in den Betrieben, mit denen auch Benachteiligungen bei der Entlohnung von Voll- und Teilzeitbeschäftigten beseitigt werden können: "Ein Stunde Vollzeitarbeit und ein Stunde Teilzeit für gleiche Arbeit müssen gleich viel wert sein."

Teilzeitbeschäftige haben im Durchschnitt einen geringeren Bruttostundenlohn als Vollzeitbeschäftigte: Sie erhalten im Schnitt nur 9,24 Euro je Stunde, für Vollzeit gibt es 12,12 Euro brutto. Eine Ursache liegt darin, dass Teilzeitbeschäftigte häufiger in einfachen und Hilfstätigkeiten und nur äußerst selten in höheren Positionen arbeiten. Das erklärt aber nur einen Teil des Lohnunterschieds. Werden Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte nach Berufsgruppen und somit nach vergleichbaren Tätigkeiten betrachtet, sind die Stundenlöhne bei Teilzeit fast durchgängig niedriger. So verdienen Hilfsarbeitskräfte in Teilzeit um ein Fünftel weniger, nämlich 7,57 Euro pro Stunde, in Vollzeit 9,35 Euro pro Stunde. Bürokräfte in Teilzeit bekommen 11,28 Euro pro Stunde und in Vollzeit 13,03 Euro. Das ergeben die Werte aus der Verdienststrukturerhebung 2006 von Statistik Austria.

Die AK-Forderungen:
+ Einkommensberichte in Betrieben, mit denen auch Benachteiligungen bei der Entlohnung von Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten beseitigt werden sollen.
+ Gleicher Zugang zu Weiterbildungsmaßnahmen und Karrierechancen für Teilzeitbeschäftigte: Bei der Planung von Weiterbildungsangeboten und bei der Personalentwicklung sollen Teilzeitbeschäftigte systematisch eingeplant werden.
+ Erleichterung des Wechsels von Teilzeit in Vollzeit im Betrieb durch einen Vorrang bei Neu- bzw. Nachbesetzungen von Vollzeitstellen.
+ Flächendeckender Ausbau von ganztägigen Kinderbetreuungseinrichtungen und Ausbau ganztägiger Betreuungsangebote für Schulkinder.

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