"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Glücks- & Sorgenkinder"

Um das Gros der Jungen braucht man nicht bangen. Um einen Teil davon schon.

Wien (OTS) - Ein Tag, zwei Meldungen, die einander scheinbar widersprechen. Immer mehr österreichische Jugendliche haben Alkohol-Vergiftungen. 2577 mussten 2008 deswegen ins Spital, lautete die eine. Die heimischen Jugendlichen haben Werte. Und sie wollen Regeln, lautete die andere sinngemäß. Wie geht das zusammen?
Sich ins Koma saufende "no future"-Kids erregen mehr Aufmerksamkeit als "normale" Teenager. Mit ihnen lässt sich - siehe Talkshows und Reportagen auf Privatsendern - Quote machen. Die meisten Jungen sind nicht in die Extrem-Kategorie einzureihen - und dementsprechend unauffällig. Laut einer Studie haben sie keine Angst vor der Zukunft und wissen, was sie beruflich wollen. Erstaunlich ist, dass sie auch Vorgaben möchten: Der Gesetzgeber soll festlegen, ab welchem Alter Alkohol getrunken, geraucht, ausgegangen und ein Computer-Spiel gekauft werden darf.
Angesichts dieses Befunds muss man sich um die junge Generation nicht sorgen. Besser gesagt: Um die meisten ihrer Vertreter. Umso mehr sollten sich Politiker und Pädagogen jener Teenager annehmen, die sich als Verlierer fühlen - weil sie aus desolatem Milieu, ohne Bildung, Job und Perspektiven sind. Allen wird nicht zu helfen sein, bei vielen sollte es gelingen.

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