"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Sechs Jahre sind genug"

Längere Amtszeiten ändern nichts am Unbehagen mit der Hofburg-Wahl 2010.

Wien (OTS) - Die Regel ist simpel. 2004 wurde er erstmals in die Hofburg gewählt. Heinz Fischer darf daher jetzt noch sechs Jahre anhängen. Danach ist endgültig Schluss. Bisher schaffte jeder, der konnte und wollte, spielend die Wiederwahl. Dreieinhalb Wochen davor entflammt nun die Debatte, welchen Sinn eine Wahl macht, deren Ergebnis schon so gut wie feststeht.
Heinz Fischer schlägt vor, die Amtszeit seiner Nachfolger auf acht Jahre zu verlängern, die Wiederwahl aber abzuschaffen. Das Unbehagen mit der Hofburg-Wahl 2010 beflügelt bei Politikern und Kommentatoren die Fantasie. Acht statt zwei Mal sechs Jahre? Warum nicht gleich eine Amtsperiode von zehn oder zwölf Jahren?
XXL-Präsidenten ohne Wahlkorrektiv gibt es in keiner einzigen westlichen Demokratie. Wie die jüngere Geschichte zeigt, aus vielen guten Gründen. Selbst Kurt Waldheim war nach sechs quälend langen Jahren erleichtert, dass es mit seinem Versteckspiel in der Hofburg vorbei war.
Hinter der neuen Hofburg-Debatte steckt schlicht der akute Frust über die armselige Auswahlmöglichkeit an Präsidentschaftskandidaten. Diese wird auch künftig nicht dadurch bereichert, dass man die ohnehin üppige Amtszeit für den Ersatzkaiser auch noch verlängert.

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