WKÖ-Hochhauser: "Teilzeit ist ein vielfacher Wunsch, keine aufgezwungene Notlösung"

Nachfrage arbeitsloser Frauen nach Teilzeit-Jobs 2009 sieben Mal höher als offene Stellen

Wien (OTS/PWK258) - "Teilzeit zu arbeiten ist ein vielfacher
Wunsch der Frauen, weil es ihnen den Wiedereinstieg in den Beruf ermöglicht, und keinesfalls eine aufgezwungene Notlösung", erläuterte die Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Anna Maria Hochhauser, angesichts der heutigen Präsentation einer Studie zum Thema qualifizierte Teilzeitarbeit durch Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek.

Beim AMS äußerten im Vorjahr pro Monat 31.540 arbeitslose Frauen den Wunsch nach Teilzeitarbeit. Dem standen nur 4.398 freie Teilzeitstellen gegenüber. " 2009 war die Nachfrage nach Teilzeitstellen somit mehr als sieben Mal höher als die Zahl der verfügbaren Stellen. Versuche, Teilzeitarbeit schlechtzureden, gehen daher an der Realität vorbei", betonte Hochhauser. Auch der Anstieg der Erwerbstätigkeit von Frauen sei auf das Angebot von Teilzeitstellen zurückzuführen. Trotz Wirtschaftskrise konnten Frauen ihren Beschäftigungsstand im Vorjahr leicht ausbauen (um +0,1 %), während die Männerbeschäftigung um 2,5 % sank.

"Studien belegen, dass Unternehmen vor allem deshalb Teilzeitstellen schaffen, um den Mitarbeitern bei ihrem Wunsch nach einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben entgegen zu kommen. Teilzeit kann also eine Win-Win-Situation für Unternehmen und deren Beschäftigte schaffen", betont die WKÖ-Generalsekretärin.

Zugleich seien weitere Verbesserungen erforderlich, um auch Frauen mit höherem Bildungsniveau und Führungsverantwortung Teilzeit zu ermöglichen. "Dazu gehört an erster Stelle, Teilzeit nicht immer nur als negativ hinzustellen, sondern die vielen positiven Aspekte hervor zu streichen", so Hochhauser. Außerdem müssten die Rahmenbedingungen so gestaltet sein, dass Frauen - die immer noch in vielen Familien die Hauptverantwortung etwa in puncto Kinderbetreuung tragen - eine echte Wahlmöglichkeit haben.

Mit der Flexibilisierung der Zuverdienstgrenze zum Kinderbetreuungsgeld, dem einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld und der Einführung des Gratiskindergartens sei schon einiges in Bewegung gekommen. "Beim Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen besteht aber nach wie vor Aufholbedarf. Das zeigen auch die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlichen Teilzeitraten", so Hochhauser.

Die von Ministerin Heinisch-Hosek geforderte Pflicht, über Vollzeitjobs zunächst firmenintern informieren zu müssen, sei nicht nachvollziehbar. "In vielen Fällen ist das in den Betrieben ohnehin eine Selbstverständlichkeit, da dies in beiderseitigem Interesse liegt. Allerdings muss es dem Unternehmen überlassen bleiben, wem es sein Anbot unterbreitet", lehnt Hochhauser einen solchen Eingriff in die unternehmerische Handlungsfreiheit ab. "Ständig neue Verpflichtungen für die Unternehmen zu schaffen, ist kontraproduktiv."

"Das gilt auch für die verlangte verpflichtende Gehaltsoffenlegung, die obendrauf - wie das Beispiel Schweden zeigt -nichts bringt. "Die Einführung der verpflichtenden Einkommensberichte im Jahr 2000 in Schweden hat an dem ungeklärten Rest bei der Differenz, der z.B. nicht auf Ausbildung oder Karenzzeiten zurückzuführen ist, nichts geändert", so Hochhauser. "Zudem ist ohnehin gesetzlich festgeschrieben, dass Teilzeitbeschäftigte gegenüber Vollzeitbeschäftigten nicht benachteiligt werden dürfen." (SR)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich, Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Dr. Martina Rosenmayr
Tel.: Tel.: 05 90 900-4284
martina.rosenmayr@wko.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0003