ÖGJ: Mobilitätsprämie kann gute Ausbildungsplätze nicht ersetzen

Mitterlehner muss Jugend-Mitbestimmung in den Betrieben verbessern

Wien (OTS/ÖGB) - "Auch eine Mobilitätsprämie wird nicht darüber hinwegtäuschen, dass die angebotenen Lehrstellen es oft nicht wert sind, den Wohnsitz zu wechseln", sagt der Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Jürgen Michlmayr. Prinzipiell sei ein finanzieller Anreiz für diejenigen Jugendlichen, die wirklich erwägen, einen entfernten Arbeits- oder Ausbildungsplatz anzunehmen, aber zu begrüßen. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner hat einen solchen Bonus heute bei der Präsentation einer Jugendbefragung in Aussicht gestellt.++++

"Beim Lehrstellenangebot herrschen aber nicht nur große regionale, sondern auch branchenspezifische Unterschiede. Die angebotenen Ausbildungsplätze sind häufig in Niedriglohnbranchen mit schlechten Arbeitsbedingungen, und Jobs gibt es oft nur als Saisonarbeitsplätze. Und dafür werden die Jugendlichen auch mit Mobilitätsprämie vom Burgenland nicht nach Tirol ziehen", glaubt Michlmayr.

Mitterlehner muss Mitbestimmung in Betrieben verbessern

Studienautor Peter Filzmaier betonte, dass die meisten Jugendlichen bereit zu gesellschaftlicher Mitbestimmung seien. Michlmayr: "Ich war immer davon überzeugt, dass die Jugend nicht politikverdrossen ist. Minister Mitterlehner muss jetzt dafür sorgen, dass die Jugendlichen in ihrem nächsten Umfeld, nämlich in den Betrieben, auch wirklich mitbestimmen können. Eine Reform des Jugendvertrauensrats-Wahlrechts ist längst überfällig."

Immer mehr Jugendliche treten nicht mit Beendigung des Pflichtschulalters in die Lehre ein, sondern erst, nachdem sie einige Jahre eine weiterbildende Schule oder einen anderen Ausbildungszweig besucht haben. Viele dieser Lehrlinge können weder aktiv noch passiv an einer Jugendvertrauensratswahl teilnehmen, obwohl sie in der betrieblichen Praxis vom Jugendvertrauensrat informiert und betreut werden. "Die ÖGJ fordert daher die Anhebung des Wahlalters zum aktiven Wahlrecht von derzeit 18 Jahren auf 21 Jahre für alle ArbeitnehmerInnen, und auf alle, die darüber hinaus in einem Lehrverhältnis stehen", so Michlmayr. Auch die Rechte der JugendvertrauensrätInnen, zum Beispiel auf Bildungsfreistellung, müssen gestärkt werden.

SERVICE: Alle rechtlichen und organisatorischen Infos über den Jugendvertrauensrat (JVR) finden Sie unter www.oegj.at/jugendvertrauensrat

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