Mitterlehner: 70 Prozent der Jugendlichen für einheitlichen Jugendschutz

Neuer Jugendmonitor: Wunsch nach klaren Regeln bei Alkohol- und Tabakkonsum sowie beim Ausgehen - Jugend ist optimistisch und will lieber gutes Arbeitsklima als hohes Gehalt

Wien (OTS/BMWFJ) - Wirtschafts- und Jugendminister Reinhold Mitterlehner hat heute die erste Umfrage des neuen Jugendmonitors präsentiert. "Mit dem Jugendmonitor erfassen wir in regelmäßigen Abständen die Meinungen und Einstellungen der Jugendlichen. Damit können wir Klischees widerlegen und erhalten eine wertvolle Unterstützung für unsere Politik", sagte Mitterlehner in einer Pressekonferenz mit dem Politik- und Kommunikationswissenschaftler Peter Filzmaier. Dessen Institut für Strategieanalysen (ISA) betreut den Monitor und führt heuer insgesamt drei Umfragen im Auftrag des Wirtschafts- und Jugendministeriums durch. Netto werden jeweils 800 Jugendliche befragt, repräsentativ für die Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen. "Anstatt punktueller und nicht vergleichbarer Umfragen im Jugendbereich verfügen wir mit dem Jugendmonitor erstmals über ein systematisches Sensorium", so Mitterlehner. Zahlreiche Einstellungen werden regelmäßig abgefragt, während zusätzlich jeweils ein aktueller Schwerpunkt gewählt wird.

Die erste Umfrage zeigt, dass eine sehr deutliche Mehrheit der Jugendlichen (70 Prozent) die von Mitterlehner geplante Vereinheitlichung des Jugendschutzes befürwortet. "Das ist eine großartige Unterstützung. Mit der Vereinheitlichung können wir den Jugendschutz von dem, was auf dem Papier steht, ins tägliche Leben übersetzen und kontrollierbarer machen. Ein einheitlicher Jugendschutz bietet den Jugendlichen eine bessere Orientierung", betonte Mitterlehner. Denn die Jugendlichen wünschen sich auch klare und verständliche gesetzliche Regelungen für zahlreiche Lebensbereiche. 90 Prozent sind laut Jugendmonitor dafür, dass die Politik das Alter, ab dem man Alkohol trinken darf, gesetzlich regelt. Beim Rauchen sind 84 Prozent dafür, beim Ausgehen 75 Prozent. Zudem wollen 71 Prozent geregelt haben, ab welchem Alter sie welche Computerspiele kaufen dürfen.

Ein weiteres Ergebnis des Jugendmonitors ist, dass die Jugend sehr optimistisch in die Zukunft schaut: "Die Klischees von einer 'no future generation' sind völlig falsch", sagte Mitterlehner. 81 Prozent sind "sehr" oder "eher" zuversichtlich für ihre Zukunft. "Je höher der Bildungsabschluss, desto positiver sind die Jugendlichen gestimmt. Uni-Abgänger sind zu 89 Prozent optimistisch", so Mitterlehner. Dazu kommt, dass insgesamt fast zwei Drittel (62 Prozent) der Befragten keine Folgen der Wirtschaftskrise fürchten.

Erfreulich ist auch, dass Jugendliche zu 62 Prozent eine sehr klare Vorstellung über ihre berufliche Zukunft haben. Nur 37 Prozent lassen diese "eher auf sich zukommen". Um diese Werte weiter zu verbessern, setzt Mitterlehner im Jahr 2010 auf den neuen Förderschwerpunkt Berufsorientierung, der vor allem bei den 14- bis 18-Jährigen ansetzt. Handlungsbedarf sieht Mitterlehner bei der Mobilität: 49 Prozent der Befragten wollen in Zukunft in der Nähe ihres Wohnorts arbeiten, was zwar eine Chance für die regionale Wirtschaft ist, aber auch zu Problemen bei der Jobsuche führen kann:
"Wir müssen die Mobilität und das Internationalisierungsdenken der Jugendlichen stärker fördern", so Mitterlehner.

Berufsleben: Jugend ist flexibel, Arbeitsklima ist wichtiger als hohes Einkommen

Der Jugendmonitor zeigt, dass es der Jugend im Berufsleben nicht in erster Linie um Karriere und Einkommen, sondern um ein gutes Arbeitsklima geht. Auf die Frage "Welche Eigenschaften hat für Dich der ideale Job", nennen 97 Prozent ein ansprechendes Arbeitsklima, nette Kollegen und ein gutes Verhältnis zum Vorgesetzten sehr bzw. eher wichtig. Die vom Wirtschaftsministerium stark unterstützte Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist in diesem Zusammenhang für 89 Prozent wichtig. 81 Prozent nennen ein hohes Einkommen, 72 Prozent große Karrierechancen. Dazu kommt, dass die Jugendlichen sehr flexibel eingestellt sind. Fixe Arbeitszeiten sind nur für 56 Prozent ein Bestandteil des idealen Jobs. Insgesamt können sich mehr als drei Viertel der Jugendlichen (78 Prozent) kein Leben ohne geregelte Arbeit oder Anstellung vorstellen. Noch stärker gilt dies für weibliche Jugendliche, die hier zu 83 Prozent zustimmen.

Überraschend hoch ist auch die positive Einstellung zur Wirtschaft. 85 Prozent stimmen der Aussage zu, dass "eine erfolgreiche Wirtschaft die Voraussetzung dafür ist, dass es uns allen gut geht, daher muss die Politik eine möglichst gute Wirtschaftsförderung machen".

Ebenfalls abgefragt wurde das Thema Mitbestimmung: Insgesamt empfinden 66 Prozent ihre Mitbestimmungsmöglichkeiten als passend, was ein Effekt des in Österreich möglichen Wählens mit 16 Jahren ist. Noch mehr Mitsprache wünscht sich die Jugend neben der Bildung vor allem bei Jugendthemen. Daher setzt das Jugendministerium auf die möglichst große Einbindung der Jugend bzw. ihrer Vertreter: bei Förderungen, gemeinsamen Projekten und vor allem bei der geplanten Vereinheitlichung des Jugendschutzes.

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