VEÖ: NGP setzt engen Rahmen für umweltfreundliche Wasserkraft

Einbussen für CO2-freie Stromproduktion zu erwarten

Wien (OTS) - Als "engen Rahmen", der aber eine weitere Entwicklung der nachhaltigen Stromproduktion aus Wasserkraft nicht ausschließt, sieht Österreichs E-Wirtschaft den von Umweltminister Niki Berlakovich verordneten Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan, die österreichische Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie. "Der Nationale Gewässerbewirtschaftungsplan wird Einbussen für die CO2-freie Stromproduktion aus Wasserkraft bewirken, eröffnet aber auch Chancen auf die Nutzung der noch vorhandenen Potenziale", erklärte die Generalsekretärin des Verbands der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ), Barbara Schmidt in einer ersten Reaktion.

Schmidt: "Dass die Umsetzung des EU-Rechts, das wenig Rücksicht auf die Gegebenheiten in Österreich nimmt, zu Verlusten führen wird, war zu erwarten. Es ist aber gelungen, mit dem Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan eine Lösung zu finden, die auch die Interessen des Klimaschutzes beachtet, denn Wasserkraft ist Klimaschutz." Es sei zu hoffen, dass damit jene Blockaden aufgelöst werden können, die einen Ausbau der Wasserkraft bisher behindern und ein Rahmen für die Koexistenz von Ökologie und Ökonomie geschaffen wurde." In Summe erwartet sich die E-Wirtschaft durch den Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan Einbussen bei der Stromproduktion aus den bestehenden Wasserkraftwerken im Ausmaß von mindestens 1,5 Prozent der Jahresproduktion.

Verhinderung von Blockaden öffnet Fenster in die Zukunft

Zwar setzt der Nationale Gewässerbewirtschaftungsplan enge Schranken für einen weiteren Ausbau der Wasserkraft, verzichtet aber auf eindimensionale Blockaden. Schmidt: "Ein drohender Ausbaustopp durch sogenannte No-Go-Areas konnte verhindert werden, auch wenn es in Zukunft zu einer deutlichen Einschränkung der so wichtigen Wasserkraft kommt." Der Nationale Gewässerbewirtschaftungsplan stelle jedoch ausdrücklich fest, dass die Tatsache, dass ein Kraftwerksbau zu einer Verschlechterung des ökologischen Zustands führen könne, keineswegs bedeute, dass ein Ausbau grundsätzlich verhindert wird. Schmidt: "Das Umweltministerium hat damit die Bedeutung der Wasserkraft erkannt und trägt dem auch Rechnung. Ein Ausbau wird möglich sein, wenn der Kraftwerksbau als die bessere Umweltoption bewertet wird." Die im Rahmen der intensiven Verhandlungen über den NGP gefundene konstruktive Gesprächsbasis, eröffnet die Chance, dass hier ein gangbarer Weg gefunden wird.

Wasserkraft ist unverzichtbar

Sehr positiv zu vermerken ist laut Schmidt, dass der Nationale Gewässerbewirtschaftungsplan deutlich macht, wie unverzichtbar die Wasserkraft für Österreich ist: Der Nationale Gewässerbewirtschaftungsplan stellt fest, dass die Strommenge in der Größenordnung von ca. 24.000 Gigawattstunden, die derzeit durch Flusskraftwerke erzeugt wird, weder durch andere erneuerbare Energiequellen ersetzt, noch durch Stromsparen ausgeglichen werden kann. Festgehalten werde weiters, dass es für die Produktion von Spitzenstrom und Regelenergie keine bessere Option als die heimischen Speicherkraftwerke gibt. Schmidt: "Das sind die Kriterien, die dafür sprechen, dass auch in Zukunft die Nutzung noch vorhandener Wasserkraftpotenziale möglich gemacht werden kann." Österreich hat laut Masterplan Wasserkraft noch Potenziale von 13 Milliarden Kilowattstunden, von denen sieben bis 2020 ausgebaut werden können. Das bedeutet eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 3,1 Millionen Tonnen CO2 jährlich.

Hohe Kosten für E-Wirtschaft

Die Vorgaben des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans lösen einen hohen Sanierungs- und Investitionsbedarf aus. Bis 2015 müssen voraussichtlich rund 150 Kraftwerke umgebaut werden, die Kosten dürften bis zu 270 Millionen Euro ausmachen. Dabei geht es vor allem um die Herstellung der Durchgängigkeit der Gewässer, also den Einbau von Fischaufstiegen. Die wertvolle Energie Strom müsse aber auch in Zukunft leistbar bleiben. Schmidt: "Eine zu starke Verteuerung von Strom und Kostennachteile der inländischen Produktion sind weder im Sinn der Konsumenten noch im Sinn einer nachhaltigen und eigenständigen Versorgung."

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