Vorwärts geht es in die andere Richtung!

Kinderfreunde: Der Gratiskindergarten muss weiterentwickelt und eine Akademisierung der Ausbildung rasch umgesetzt werden

Wien (OTS) - Bildung beginnt im Kindergarten. "Jene, die jetzt den Gratiskindergarten abschaffen möchten, könnten die nächsten sein, die ein Schulgeld einführen wollen" warnt Gernot Rammer, Bundesgeschäftsführer der Kinderfreunde vor fatalen Fehlanalysen. Wir sind bereits OECD Rekordhalter, wenn es um das Verfestigen sozialer Benachteiligungen durch das Bildungssystem geht. "Mit einem Rückbau der zaghaften ersten Maßnahmen in der Elementarbildung würden wir uns als Gesellschaft selbst 'ins Knie schießen' und den Bildungsaufstieg der sozial Schwachen nachhaltig einzementieren".

Wenn jetzt festgestellt wird, dass die Gemeinden mit der Finanzierung der Kindergärten zum Teil überfordert sind, macht das nur deutlich, dass unser System nicht funktioniert. Die richtige Reaktion darauf kann aber nicht sein, den elementaren Bildungsbereich zu ruinieren, sondern kann nur heißen, dass endlich ein Bundesrahmengesetz eingeführt wird und auch die Finanzierung auf Bundesebene sichergestellt werden muss.

Unsere Politik ist schwer von Begriff, wenn ihr nicht einleuchtet, dass in den Kindergarten nicht weniger, sondern wesentlich mehr Mittel fließen müssen. Eine akademische Ausbildung für KindergartenpädagogInnen ist kein Luxus sondern internationaler Standard. Wie Herr Mödlhammer zu behaupten, eine Aufwertung bringt nichts, zeugt von Inkompetenz in besonderem Ausmaß. Natürlich müssen KindergartenpädagogInnen und LehrerInnen das gleiche Ausbildungsniveau haben. "An einer gemeinsamen Ausbildung aller pädagogischen Berufe darf kein Weg vorbeiführen" sagt Gernot Rammer dazu.

Alle Sonntagsredner haben recht. Bildung ist der entscheidende Rohstoff der Zukunft. Unsere Kindergärten bilden das elementare Fundament für die Bildungslaufbahn der künftigen Erwerbstätigen. Die derzeitigen Rahmenbedingungen sind alles andere als günstig. Jetzt geht es daher darum, die Qualität dieser Bildungseinrichtung in Angriff zu nehmen. Ein Beispiel: Der PädagogInnen-Kind-Schlüssel muss stark verbessert werden. Eine Kindergartengruppe mit 20 oder gar 25 Kindern kann nicht so funktionieren wie im Bildungsrahmenplan vorgeschlagen.

Bildungsministerin Schmied, Staatssekretärin Marek, Frauenministerin Heinisch-Hosek und Wissenschaftsministerin Karl sind jetzt gefordert. "Wir brauchen eine koordinierte Vorgangsweise der Bundesregierung. Der Kindergarten muss in wesentlichen Breichen Bundeskompetenz werden. Die Finanzierung muss von Bundesseite sichergestellt und die Verbesserung der Qualität in Angriff genommen werden" fordert Rammer abschließend.

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