Wohnungsneubau und Wohnungssanierung sind ein perfekter Beitrag zur Budgetsanierung

100 Millionen Euro Förderung bringen dem Staat 400 Millionen Euro an Steuereinnahmen und Abgaben

Wien (OTS/PWK254) - Jeder Euro, den Finanzminister Josef Pröll
in Wohnungsneubau und Gebäudesanierung investiert, bringt ihm an Steuerrückflüssen vier Euro. Eine Wohnbau- und Sanierungsoffensive wäre damit ein perfekter Beitrag zur Budgetsanierung, betont der Obmann des Fachverbandes Steine-Keramik in der WKO, Manfred Asamer. Neue Konzepte für den Massivbau helfen obendrein, die Ziele des Klima und Energiepakets 2020 zu erreichen.

100 Millionen Euro an staatlicher Förderung lösen ein Bauvolumen von mindestens 850 Millionen Euro aus. Sie bringen dem Staat Rückflüsse von rund 400 Millionen Euro an Steuergeldern und Abgaben. Für die Sanierung gelten ähnliche Zahlen. Allein die Förderungsaktion für die thermische Sanierung von Gebäuden hat im Jahr 2009 mit einem Fördervolumen von 61 Millionen Euro Investitionen von 485 Millionen Euro im privaten Wohnbau ausgelöst. Die Steuerrückflüsse in das Budget betrugen 240 Millionen Euro.

Leistbarer Wohnraum wird knapp

Der Obmann des FV Steine-Keramik der WKO, Manfred Asamer verlangt daher einerseits eine neuerliche Sanierungsaktion wie 2009, sowie auch eine umfassende Förderung für den Wohnungsneubau. Asamer:
"Solche Initiativen sind der perfekte Beitrag zur Budgetsanierung. Jeder Unternehmer, der für einen investierten Euro noch im gleichen Jahr vier Euro zurückbekommt, wird sich ein solches Geschäft wohl kaum entgehen lassen." Aber nicht nur zur Budgetsanierung und Belebung der Bauwirtschaft wären diese Initiativen dringend notwendig. Jährlich sind 50.000 neue Wohnungen nötig, um den steigenden Bedarf an Wohnraum zu decken. Demgegenüber sanken die Baubewilligungen 2009 um 10 Prozent auf 36.600 Wohneinheiten. Nicht zuletzt deshalb wird in Ballungsräumen wie Wien inzwischen der Wohnraum knapp, vor allem leistbarer Wohnraum. Die Flucht von Anlegern weg von Aktien in sichere Immobilien tut ein Übriges und schränkt die Verfügbarkeit von leistbaren Wohnungen weiter ein. "Wohnen ist ein Grundbedürfnis und darf nicht zu unleistbarem Luxus werden, es ist ureigenste Aufgabe eines Staates, hier gegenzusteuern."

7.000 neue Arbeitsplätze durch Wohnbauinitiative

Eine Neubau- und Sanierungsinitiative hätte zudem aufgrund der zahlreichen Gewerke und Zulieferer einen enorm positiven Effekt auf den Arbeitsmarkt. Mit 100 Millionen Euro staatlicher Förderung würden zusätzlich 7.000 Arbeitsplätze geschaffen. Selbstverständlich komme, so Asamer, eine solche Aktion auch der Baubranche zugute. Die Unternehmen der Stein- und keramischen Industrie erlitten im Krisenjahr 2009 einen Umsatzrückgang von elf Prozent auf insgesamt 3,2 Milliarden Euro. Auch die Zahl der Beschäftigten sank binnen eines Jahres um 7,5 Prozent, von 15.400 auf 14.200. 2010 ist weiterer Beschäftigtenabbau zu erwarten.

50.000 sanierte Wohnungen sparen 2,82 Millionen Tonnen CO2

Der stellvertretende Obmann des Fachverbandes Steine- Keramik, Robert Schmid, nennt die Zahlen im Detail: Für die Sanierung von 50.000 Wohnungen im Jahr benötigt man eine Anreiz-Finanzierung der öffentlichen Hand von 235 Millionen Euro. Diese lösen Investitionen von 1,265 Milliarden Euro aus. Dadurch entstehen Einnahmen für den Staat in der Höhe von 899 Millionen Euro. Diese gliedern sich in: 250 Millionen Umsatzsteuer, 164 Millionen Lohnsteuer, 244 Millionen Sozialversicherungsbeiträge und 241 Millionen weniger Arbeitslosengeld. Dazu kommt eine enorme Energieeinsparung und damit auch ein Umwelteffekt, der es erlaubt, den Zielen des Klima- und Energiepakets der EU 2020 näher zu kommen. Durch die Sanierung von 50.000 Wohneinheiten erspart sich Österreich pro Jahr 4,6 Peta-Joule an Endenergie und damit den Ausstoß von 2,82 Millionen Tonnen CO2. Rechnet man mit einem Preis vom 15 Euro pro Tonne CO2, den man für entsprechende Zertifikate bezahlen müsste, spart sich der Staat nochmals 42 Millionen Euro.

"Null-Energie-Häuser" lassen sich besonders gut in Massivbauweise errichten

Bernd Wolschner, ebenfalls Obmann-Stellvertreter des Fachverbandes, betont, dass laut dem Klima- und Energiepaket 2020, auf das sich alle EU Mitgliedstaaten geeinigt haben, ab Ende des Jahres 2020 alle neuen Gebäude "Nahezu-Null-Energie-Gebäude" sein müssen. Das Klima- und Energiepaket 2020 verlangt bekanntlich eine Senkung der Treibhausgase um 20 Prozent, einen 20 prozentigen Anteil an erneuerbarer Energie und eine um 20 Prozent höhere Energieeffizienz. Die EU-Gebäuderichtlinie schreibt daher Mindestanforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden vor. Der Bedarf an Primärenergie und der CO2-Ausstoß sind die entscheidenden Messgrößen für Maßnahmen an Gebäuden. Zu dem müssen bei neuen Gebäuden Systeme mit erneuerbarer Energie eingesetzt werden.

Null-Energie-Gebäude lassen sich, so Wolschner, de facto sehr gut mit Massivbauweise errichten. Nur mit Massivbauweise ist es etwa möglich, Erdwärme durch Bauteilaktivierung wirklich zu nutzen. Die hohe Speichermasse von mineralischen Baustoffen bietet sowohl Schutz vor sommerlicher Hitze, als auch eine bessere Wärmespeicherung im Winter. Über den perfekten Brandschutz - mineralische Baustoffe sind einfach nicht brennbar - muss eigentlich kein Wort mehr erwähnt werden. Auch die Kosten sprechen für die Massivbauweise. Allein der Rohbau kommt um 5 bis 15 Prozent billiger als bei anderen Bauweisen. Dazu kommen deutlich niedrigere Betriebskosten, aufgrund der Vorteile der Wartungsfreiheit, Heizen und Kühlen durch die deutlich höhere Speichermasse.

Der Fachverband der Stein- und keramischen Industrie ist die Interessenvertretung der österreichischen Baustofferzeuger und Hersteller keramischer Produkte. Obmann des Fachverbandes Steine-Keramik ist Mag. Dr. Manfred Asamer, seine Stellvertreter sind DI Dr. Bernd Wolschner und Mag. Robert Schmid. Der Fachverband zählt 300 ordentliche Mitgliedsunternehmen und 135 Unternehmen aus anderen Sektoren zu seinen Mitgliedern.

Die wesentlichen Kernkompetenzen sind:

  • mineralische Rohstoffe
  • branchenspezifische Wirtschaftsthemen
  • Umwelt-Energie-Verkehr
  • Sozialpartner für Baustoffe und Keramik
  • Europäische Interessenvertretung
  • Forschung und Entwicklung

Fotolink: http://www.minc.at/web/artikel.php?menu_id=13

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Dr. Carl Hennrich
Fachverband der Stein- und keramischen Industrie
Tel.: +43 (0) 5 90 900 DW 3532
Mail: steine@wko.at

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