Rübig: 18 Millionen EU-Krankenversicherungskarten, aber mit Schwächen

Höhere Akzeptanz der Karte in allen Mitgliedstaaten nötig, um die Arbeitnehmerfreizügigkeit zu erleichtern

Brüssel, 29. März 2010 (OTS) Die Europäische Krankenversicherungskarte soll Bürgern aus den 27 EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz den Zugang zu medizinischen Versorgungsleistungen während eines vorübergehenden Aufenthalts im Ausland erleichtern. "Eigentlich sollte diese Karte den Reisenden Ärger mit unterschiedlichen Sozialversicherungsträgern und hohe Selbstkosten im Krankheitsfall ersparen. Leider sieht es in der Realität anders aus. Viele Bürger beklagen, dass Gesundheitsdienstleister diese europäische Krankenversicherungskarte nicht akzeptieren", ärgert sich ÖVP-Europaabgeordneter Dr. Paul Rübig über diese Entwicklung zum Nachteil von Urlaubern oder Geschäftsreisenden und fordert die EU-Kommission in einer Anfrage nun auf, sich mit diesem Problem eingehend zu beschäftigen und Verbesserungsvorschläge zu machen. ****

Laut Kommission sind derzeit rund 18 Millionen Europäische Krankenversicherungskarten im Umlauf. Die Karte soll den Zugang zur öffentlichen Gesundheitsversorgung, also zu Ärzten, Apotheken, Krankenhäusern oder Ambulanzen im gesamten EU-Ausland ermöglichen. Je nach System können dafür für eine Gesundheitsdienstleistung Gebühren berechnet werden, die nach der Rückkehr im Heimatland erstattet werden. Aber auch wenn die Bürger des Aufnahmelandes keine Gebühren zahlen müssen, werden EU-Bürger durch die Nichtannahme der Europäische Krankenversicherungskarte verpflichtet, ärztliche Leistungen direkt zu bezahlen. "Dies bereitet vor allem für entsandte Arbeitnehmer und ihre Arbeitgeber Probleme. Die Arbeitnehmer müssen die Leistung selbst begleichen, fordern sie danach von ihren Arbeitgebern zurück und diese wenden sich mit den Rückforderungen an den zuständigen Träger des Heimatstaates", informiert Rübig über die unbefriedigende Situation. "Dadurch entsteht ein bürokratischer Wildwuchs, der aber leicht vermeidbar wäre, würde die europäische Krankenversicherungskarte im Gastland gleich akzeptiert."

"Es darf nicht sein, dass Arbeitnehmer selbst zur Kasse gebeten werden oder eine Europäische Krankenversicherungskarte im Ernstfall gar nicht akzeptiert wird", so Rübig, der daran erinnert, dass eine Reise ins Ausland zum Zweck einer Krankenbehandlung durch dieses System nicht gedeckt ist. Diese Gesundheitsdienstleistungen würden unter die in Arbeit befindliche EU-Richtlinie zur Patientenmobilität fallen. "Ich erwarte mir, dass die Kommission die Anwendung der Europäischen Krankenversicherungskarte rasch evaluiert und Verbesserungsvorschläge präsentiert", so Rübig abschließend.

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