Creditreform PRIVATINSOLVENZTRENDS, 1. Quartal 2010: 42 Insolvenzen pro Werktag

Mehr als 2.500 insolvente Privatpersonen

Wien (OTS) - Ein erster Blick auf die Insolvenzentwicklung im 1. Quartal 2010 zeigt einen weiteren, wenn auch abgeschwächten Auf-wärtstrend beim so genannten "Privatkonkurs": 2.586 insolvente Pri-vatpersonen bedeuten ein Plus von 6,4%. Während die Anzahl der er-öffneten Schuldenregulierungsverfahren mit Plus 4,4% auf 2.242 Ver-fahren ansteigen wird, wird die Zahl der mangels Masse abgewiesenen Insolvenzanträge um 22,0% auf 344 Fälle ansteigen. Die Privatschuldner haben hier nicht einmal mehr die Mittel zur gerichtlichen Bereinigung ihrer Verbindlichkeiten zur Verfügung. Der Grund dafür scheint die stetig steigende Zahl an Arbeitlosen sein. Ohne geregeltes Einkommen ist eine Entschuldung mittels Zahlungsplan aussichtslos. Das ist umso bedauerlicher, weil volkswirtschaftlich gesehen nur ein entschuldeter Privater wieder ein guter Konsument ist.

Bundesländervergleich: 4 von 10.000 Erwachsenen sind zahlungsunfähig

Ein Blick auf die einzelnen Bundesländer zeigt, dass in Tirol (+21,5%), Kärnten (+16,9%) und im Burgenland (+9,4%) die Insolven-zen am stärksten angestiegen sind. In Salzburg (-12,3%) sind sie hingegen gesunken. Spitzenreiter bei der absoluten Zahl an Insolvenzen ist die Bundeshauptstadt mit 976 Fällen (+6,6%) wie auch in der relativen Insolvenzbetroffenheit: Mehr als 7 von 10.000 erwachsene Wiener wurden insolvent. Österreichweit wurden hingegen nicht ganz 4 von 10.000 Erwachsenen zahlungsunfähig.

Conclusio 1. Quartal 2010: Privates Risikomanagement von Nöten

Die Wirtschaftskrise mit einer steigenden Arbeitslosigkeit führt auch dazu, dass viele Private ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können. Kommt hierzu noch das Unvermögen, sich im Konsumverhalten auf die neue Situation einzurichten, sprich einzuschränken, befindet man sich schnell im Teufelskreis der Ver- und Überschuldung. Mehr denn je ist Privatpersonen zu raten, Risikomanagement im Sinne "Was kann ich mir leisten" zu hinterfragen. Bedenkt man, dass für rund 1/3 der Privatinsolvenzen gescheiterte Selbstständige, die als persönlich haftende Gesellschafter auch in Privatkonkurs gehen, verantwortlich sind, ist zu empfehlen, sich mit dem Einmaleins des ordentlichen Kaufmannes auseinanderzusetzen. Umsatz ist nicht Gewinn, Rechnungen sind sofort zu fakturieren und einzumahnen, und die Beschäftigung mit den wirtschaftlichen Kennzahlen sowohl des eigenen Unternehmens als auch des Geschäftspartners sollten zum täglichen To-do gehören.

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