WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Mut und gute Ideen bringen die Jobs zurück - von Robert Lechner

22.400 Jobs weniger sind tragisch, aber kein Grund, aufzugeben

Wien (OTS) - Dass sich das Jahr 2009 mehr als herb in den Jobbilanzen der Unternehmen niederschlagen wird, war zu erwarten. Vor allem im Bankgeschäft verwundert es nicht, dass der Rotstift angesetzt wurde. Ebensowenig ist der Jobabbau bei Voestalpine, Wienerberger und RHI eine Überraschung. Gemessen am weltweiten Abschwung und der anhaltenden Krisenstimmung in einigen Ländern Osteuropas, wo besonders österreichische Unternehmen stark vertreten sind, fällt der Rückgang der Stellen in den heimischen Top-Konzernen relativ glimpflich aus. Insgesamt haben die im wichtigsten Börsesegment gelisteten Firmen etwas mehr als fünf Prozent ihrer Mannschaft abgebaut (siehe Seite 4). Von rund 22.400 gestrichenen Jobs entfällt ein Großteil aufs Ausland. Dass es zu keinen noch gröberen Einschnitten gekommen ist, und vor allem außerhalb Österreichs Stellen abgebaut wurden, ist freilich ein schwacher Trost. Hinter jeder abgebauten Position steht des Schicksal eines Menschen ohne Job mit allen negativen Folgen.

Dennoch gibt es Lichtblicke. Einer davon ist - und zwar ohne Zynismus - die schlanke Kostenstruktur, die sich die meisten Unternehmen in den vergangenen Monaten verpasst haben. Viele Manager haben die Zeit der Krise genutzt, um ihre Konzerne nach einer Phase der Gier nach dem Wachstum endlich einmal zu ordnen. Mit dem Effekt, dass sie nun von jeder noch so kleinen Erholung überproportional profitieren werden. Ein weiterer Hoffnungsschimmer ist die Forschung.

Solange da Geld hineingesteckt wird, besteht die Chance, vom nächsten Aufschwung zu profitieren. Hoch anzurechnen ist den forschenden Konzernen, dass sie sich nicht von Unkenrufen abhalten lassen. So mehrten sich zuletzt ja wieder die Stimmen, die einen neuerlichen Crash innerhalb des kommenden halben Jahres befürchten. Voestalpine und Co. geben darauf wenig. Heute versäumte Forschung ist das verspielte Geschäft von morgen, lautet die Devise.

Zu den Cleveren gehören auch jene, die gerade jetzt versuchen, neue Märkte zu erobern. Wachstum finde statt und Geld lasse sich fast überall verdienen, sagte Solar-Pionier und GreenoneTec-Eigner Robert Kanduth anlässlich einer Marktsondierung in Lateinamerika. Das weiß auch der Verpackungskonzern Alpla, der stark auf die Märkte dieser Region setzt. Klar, dass so etwas weder einfach ist noch von heute auf morgen funktioniert. Die schlechteste Alternative von allen ist aber die so gern angewandte Suche nach Gründen, warum etwas nicht funktioniert. Das bringt Unternehmen nicht vorwärts und schon gar keine Jobs.

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