Steinhauser zu Schönborn: Kirche soll Opfer direkt entschädigen

Unabhängige Opferbeauftragte kann ein erster Schritt zur Aufarbeitung sein

Wien (OTS) - "Die Ankündigung der Einrichtung einer unabhängigen Opferbeauftragten kann ein erster Schritt zur Aufarbeitung der Missbruchsfälle in der Kirche sein. Unhaltbar ist aber, wenn der Kardinal nach wie vor auf dem Standpunkt steht, dass die Entschädigung primär durch die Täter zu erfolgen hat. Es ist zynisch, die Opfer auf mittellose Priester oder Ordensmänner zu verweisen", stellt der Justizsprecher der Grünen, Albert Steinhauser zu den Ankündigungen von Kardinal Schönborn in der heutigen Pressestunde fest. Steinhauser fordert, dass die römisch-katholische Kirche die Opfer großzügig entschädigen soll und sich allfällige Ansprüche gegen die Täter im Talar abtreten lässt. Dann müssten nicht die Opfer mühsame Verfahren führen, sondern würde die Kirche diese Verfahren führen.

Ob die angekündigte unabhängige Opferbeauftragte ein Beitrag zur Aufarbeitung ist, macht Steinhauser von den Rahmenbedingungen abhängig: "Eine ausreichende Budgetierung, die Möglichkeit der Aufarbeitung der vertuschten Fälle und eine Entschädigung unabhängig von Verjährungsvorschriften sind Grundvoraussetzung für die Arbeit dieser Stelle, wenn sie Ergebnisse bringen soll", so Steinhauser. Entscheidend ist für Steinhauser auch die Zusammensetzung der Stelle. "Es braucht eine personelle und fachliche Breite von JuristInnen bis PsychotherapeutInnen, um das notwendige Vertrauen sicher zu stellen", so Steinhauser.

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