Hörspielklassiker: Schnitzlers "Berta Garlan" in der Regie von Max Ophüls als Dreiteiler in Ö1

Wien (OTS) - Max Ophüls' Hörspielfassung von Arthur Schnitzlers Erzählung "Berta Garlan - Der Roman einer Klavierlehrerin" mit Käthe Gold, Gert Westphal u.a. steht am Osterwochenende als Dreiteiler auf dem Programm von Ö1: am 3. April ab 14.00 Uhr, am 4. und 5. April jeweils ab 16.00 Uhr.

Diese Produktion aus dem Jahr 1956 ist eine der ganz großen Hörspielproduktionen der deutschsprachigen Radiogeschichte. Mit Ophüls' legendärer Inszenierung wurden Form und Dramaturgie des Hörspiels um eine bedeutende Variante bereichert. Erzählung, Dialoge und der Soundtrack aus Geräuschen und Musik sind so miteinander verwoben, dass der Eindruck eines akustischen Films entsteht. Auch für heutige Ohren hört sich "Berta Garlan" verblüffend modern an. Besonders gerühmt wird Ophüls' Kunst, Erzähltes und Erlebtes, Innenwelt und Außenwelt, Monolog und Dialog, Musik und Geräusche zu einem einzigen mitreißenden, dramatischen Strom zu verbinden. Max Ophüls, 1902 als Max Oppenheimer im Saarland geboren, war - und das ist in diesem Fall unüberhörbar von Vorteil - kein Radiomann. Er war Schauspieler, Regisseur und Filmemacher. Heute noch trägt einer der bedeutendsten Filmpreise seinen Namen. Wohl hatte Ophüls 1953 mit einer Radiofassung von Goethes "Novelle" mit Oskar Werner als "Vorleser" neue Maßstäbe gesetzt, dennoch blieben Arbeiten fürs Radio die Ausnahme.

1956, ein Jahr vor seinem Tod, inszenierte er für den Südwestfunk in Baden-Baden die Berta Garlan, die Geschichte einer Klavierlehrerin in der österreichischen Provinz, die der Enge ihres Daseins durch eine Liebesaffäre mit einem berühmten Violinvirtuosen zu entfliehen sucht. Es kommt, wie es kommen muss. Der Maestro benutzt Berta nur, die verlogene Gesellschaft gestattet Männern, was sie Frauen verweigert: sexuelle Ausschweifung, Selbstbestimmung, Glück. Max Ophüls, der sich in Filmen und Theaterarbeiten zuvor schon mit Schnitzler beschäftigt hatte, verschränkt in dieser Hörspielarbeit sein Können kongenial mit dem des Wiener Arztes und Frauenkenners. In Zeitaufbau, Schnittfolgen und Rhythmuswechsel formuliert er einen ergreifenden und pathosfreien feministischen Hörfilm, der noch heute, 54 Jahre danach, nicht aktueller und zeitgenössischer realisiert werden könnte. Wesentlichen Anteil daran hat freilich das Starensemble, das Ophüls dirigiert. Käthe Gold, nobel und zerbrechlich, gibt die Berta Garlan, Kurt Meisel den ebenso aalglatten wie verführerischen Violinvirtuosen, und der junge Gert Westphal führt als Erzähler mit zurückhaltenden Eindringlichkeit durch die Geschichte. Für die Musik zeichnet Peter Zwetkoff verantwortlich.

"Berta Garlan - Der Roman einer Klavierlehrerin" in drei Teilen ist in Ö1 am Karsamstag (3.4.) ab 14.00 Uhr, am Ostersonntag (4.4.) und am Ostermontag (5.4.) jeweils ab 16.00 Uhr zu hören. Nähere Informationen zum Programm von Österreich 1 sind abrufbar unter http://oe1.orf.at.(ih)

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