Mindestsicherung: "Soziale Hängematte" für AKNÖ-Haneder "absurde Neiddebatte"

Haneder: "Löhne erhöhen statt Absicherung zu senken"

Wien (OTS/AKNÖ) - "Es ist eine absurde Neiddebatte." So fasst AKNÖ-Präsident Hermann Haneder die Kritik an der bedarfsorientierten Mindestsicherung zurück. Statt darüber nachzudenken, Menschen in schwierigen sozialen Lagen noch weiter unter die Armutsgrenze zu drücken, sollte man Armut wirksam bekämpfen.

744 Euro im Monat. So viel sollen Menschen bekommen, die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe mehr haben oder wenn sie Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe unterhalb dieser Höhe beziehen. "Der Betrag liegt deutlich unter der Armutsgrenze von etwa 950 Euro. Wie da irgendjemand von einer sozialen Hängematte sprechen kann, verstehe ich ganz einfach nicht", sagt AKNÖ-Präsident Hermann Haneder.

Die KritikerInnen der Mindestsicherung behaupten, arbeiten würde sich nicht mehr auszahlen, wenn jemand 744 Euro Mindestsicherung bekommt, für einen Vollzeitjob aber nur 800 oder 900 Euro. "Leider verdient man in einigen Branchen tatsächlich auch bei Vollzeit kaum mehr als 744 Euro", sagt Haneder. "Sollen deshalb alle gestraft werden, die auf die Mindestsicherung angewiesen sind? Sollte das nicht eher ein Auftrag sein, dass man die Löhne im Niedriglohnsektor anhebt, die zum Teil eines entwickelten Wirtschaftssystems unwürdig sind?"

Dass Menschen in einigen Branchen auch bei Vollzeit so wenig verdienen, dass sie kaum davon leben können, sei kein Naturgesetz. "Das Entlohnungssystem in Österreich hat sich stark verändert. Heute verdienen ManagerInnen und GeschäftsführerInnen ein Vielfaches dessen, was sie vor 20 Jahren bekommen haben. Ich will jetzt nicht diskutieren ob das gerecht ist oder nicht. Es zeigt jedenfalls, dass ein Lohn- oder Gehaltsniveau sich geänderten Bedingungen anpasst. Warum soll das bei schlecht bezahlten Jobs anders sein?", fragt der AKNÖ-Präsident.

"Wer will, dass es sich auszahlt zu arbeiten, soll höhere Löhne zahlen. Das wäre ein wesentlicher Beitrag zur Armutsbekämpfung. Und wenn die Mindestsicherung diese Entwicklung auslöst, ist sie das wirksamste Instrument um Menschen aus der Armut zu holen, das wir seit langem eingeführt haben", fasst Haneder zusammen.

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