KMU fordern: Flexicurity endlich umsetzen!

UEAPME-Präsident Toifl drängt auf Umstrukturierung der Konjunkturpakete und verstärkte Festlegung auf Ausbildungs- und Qualifikationsniveaus bei den EU 2020 Zielen

Wien (OTS/PWK249) - Im Rahmen des heutigen Sozialgipfels der EU-Kommission veranschaulicht der Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk und Präsident der UEAPME, dem Verband des Handwerks und der europäischen Klein- und Mittelbetriebe, Georg Toifl, die wenig erfreulichen Aussichten am europäischen Arbeitsmarkt. Bereits im Jahr 2007 haben sich die Sozialpartner auf grundlegende Flexicurity-Prinzipien geeinigt. Nun müssten diese gemeinsam umgesetzt werden. Nur so könne vermieden werden, dass ein Arbeitsmarkt entsteht, in welchem die Diskrepanz zwischen sicheren aber unflexibel ausgestalteten Arbeitsplätzen und einem "hire and fire"-System sich vergrößere.

In Bezug auf die EU 2020-Strategie begrüßte Toifl die darin festgesetzten Hauptziele. Er betont jedoch, in Bezug auf Ausbildung und Qualifikation nicht nur quantitative sondern gerade qualitative Festlegungen getroffen werden müssten. Das derzeitige unterschiedliche Qualifikationsniveau in Europa entspricht nicht den Bedürfnissen der Handwerke und KMU. "Bei der tertiären Ausbildung hat Qualität den gleichen Stellenwert wie Quantität", stellt Toifl fest. "Handwerk und KMU können für ihre offenen Arbeitsstellen am Markt nur schwer qualifiziertes Personal finden. Universitäten bringen mehr Politikwissenschaftler hervor, als Ingenieure. So bleiben viele Stellen unbesetzt", betont Toifl.

"Hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage zeigen sich die Unternehmen vermehrt zuversichtlich. Dies lässt vermuten, dass das Schlimmste vorüber sei. Die Mitgliedsstaaten müssen aber gerade jetzt Privatinvestitionen fördern, vorzugsweise in jenen Bereichen, welche weiteres Wachstum ermöglichen und zukunftsorientierte Tätigkeiten, wie Ausbildung und Innovation, unterstützen. So könnten wir auf einen baldigen Aufschwung hoffen", stellt Toifl fest.

Das Flexicurity-Konzept ist ausgearbeitet - setzen wir es um!

Die Wirtschaftskrise habe den unbefriedigenden Zustand des Europäischen Arbeitsmarkts offenbart. "Diese Situation kann so nicht bestehen bleiben", erklärt Toifl. "Wir müssen das Flexicurity-Konzept so gestalten, dass Mitarbeiter in einer fairen Balance zwischen Flexibilität und Sicherheit leben können. So können sie auf die sich veränderten Bedürfnisse des Arbeitsmarkts besser reagieren und dafür bilden die Prinzipien der Sozialpartner, welche im Jahr 2007 gemeinsam formuliert wurden, einen guten Ausgangspunkt. Wir müssen sie jetzt auch entsprechend umsetzen" fährt Toifl fort.

Umstrukturierung und Branchenfokus: erneuerbare Energie und Energieeffizienz

Bezugnehmend auf das kürzlich veröffentlichte KMU-Barometer der UEAPME stellte Toifl fest, dass "die Zuversicht der Unternehmen bereits im zweiten Semester in Folge steigt. Sie fällt allerdings noch immer deutlich geringer aus als vor der Krise. KMU sind davon überzeugt, dass sie das Schlimmste hinter sich haben, jedoch sind sie noch vorsichtig hinsichtlich der Zukunftsaussichten", erklärt Toifl. Ein Ausblick auf zukünftige Beschäftigung und Investition fällt negativ aus, insbesondere in den produzierenden Sektoren und in der Baubranche. Vor diesem Hintergrund wiederholt Toifl seine Forderung, die Konjunkturprogramme umzustrukturieren. Die geringen verbleibenden öffentlichen Gelder müssen nun zielorientiert ausgegeben werden. Investitionen in Zukunftssektoren, wie erneuerbare Energie, Steigerung der Energieeffizienz und die entsprechende Aus- und Weiterbildung der dafür benötigen Arbeitskräfte sind notwendiger denn je. (us)

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