Wiener Gemeinderat - SP-Laschan: Gesellschaft muss auch Verantwortung für die Schwächeren übernehmen

Drogenhilfeeinrichtung Ganslwirt ist unverzichtbare Einrichtung

Wien (OTS/SPW-K) - "Die menschliche Gesellschaft ist danach zu bewerten, wie sie mit den Schwächsten umgeht", sagt SPÖ-Gemeinderätin Dr. Claudia Laschan in ihrer Rede im Wiener Gemeinderat am Donnerstag, "Im alltäglichen Leben zeigt sich, dass die Entwicklung Richtung Ellbogengesellschaft geht, dass sich zwischenmenschliche Beziehungen zusehends auflösen. Wenn jemand in der Öffentlichkeit das Bewusstsein verliert, schauen viele weg anstatt erste Hilfe zu leisten." Ähnlich verhalte es sich zum Beispiel mit Kläranlagen oder Müllverbrennungsanlagen, die niemand in seiner Wohnumgebung haben wolle, obwohl solche Einrichtungen dringend notwendig seien. Bei Einrichtungen wie dem Ganslwirt werde dann sogar oft die Sinnfrage gestellt: "Da kommt dann auch die Frage nach der Schuld ins Spiel. Es wird gesagt 'Der ist doch selber schuld, dass er drogenabhängig ist, also soll er selber schauen, wie er da wieder rauskommt'. Diese Schuldfrage dient konservativen Kräften als Rechtfertigung dafür, die Übernahme der Kosten abzulehnen. Wer drogenabhängig ist, ist selber schuld und soll demnach auch selber zahlen - das ist die Logik der konservativen Kräfte."

"Als Ärztin verbietet es mir mein Berufstehos zu hinterfragen, ob jemand versichert ist oder nicht versichert, ob er schwarz oder weiß ist, reich oder arm. Ich habe jedem nach bestem Wissen und Gewissen zu helfen. Genau das gilt auch für eine Kommune wie Wien. Die Stadt ist nicht nur den Schönen und Reichen, sondern auch den Schwachen, den sozial Benachteiligten und auch den Schwierigen verpflichtet", stellt Laschan klar. In Wien seien seit Jahrzehnten effektive Drogenhilfe-Programme etabliert worden, die ihresgleichen suchen. Man dürfe auch die verschiedenen Formen der Drogenarbeit nicht vermischen. Es gebe Präventionsarbeit, niederschwellige Angebote und Therapieeinrichtungen. "Beim Ganslwirt handelt es sich um ein so genanntes niederschwelliges Angebot. Solche Angebote zeichnen sich dadurch aus, dass sie für die Betroffenen leicht zu erreichen sind. Solche Einrichtungen kann man logischerweise nicht irgendwo am Stadtrand machen, wenn sie den Drogenabhängigen in Wien helfen sollen!" weist Laschan die Argumentation der FPÖ als absurd zurück. Einrichtungen wie der Ganslwirt dienen laut Laschan der Schadensbegrenzung. Es gehe darum, dass Betroffene keine Folgeerkrankungen bekommen und nicht auf der Straße schlafen müssen und sich auf lange Sicht wieder in die Gesellschaft eingliedern können.

"Bei Themen wie diesen zeigt sich wieder einmal, wie die FPÖ Politik macht", sagt Laschan, "Das Ziel der FPÖ ist es ganz offensichtlich, die Gesellschaft zu spalten in fleißig und faul, in inländisch und ausländisch, in krank und gesund. Ich will aber Teil einer Gesellschaft sein, in dem es einen Grundkonsens über Solidarität gibt, einer Gesellschaft, die den Schwächeren Respekt entgegenbringt. Genau aus diesem Grund können und wollen wir auf Einrichtungen wie den Ganslwirt in dieser Stadt nicht verzichten." (Schluss)

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