Bauindustrie und Baugewerbe: Arbeitgeber wollen kollektivvertragliches Rahmenrecht aushöhlen

AngestelltenbetriebsrätInnen fordern fairen Gehaltsabschluss

Wien (OTS) - (GPA-djp/ÖGB) Die Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 25.000 Angestellten in der Bauindustrie und dem Baugewerbe wurden am 23. März ergebnislos unterbrochen. Die Arbeitgebervertreter verknüpften ein faires Angebot zu Erhöhung der Gehälter mit inakzeptablen Streichungen von bestehenden Rechten aus dem Kollektivvertrag. Bei der gestrigen BetriebsrätInnenkonferenz in Wien wurde die weitere Vorgehensweise beschlossen. ++++

Bei der ersten Verhandlungsrunde stellten die Arbeitgeber einen den ArbeiterInnnen in der Bauindustrie bzw. Baugewerbe gleichwertigen Geldabschluss nur bei Streichung von bereits bestehenden Rechten aus dem Kollektivvertrag in Aussicht. Gespräche zur wirtschaftlichen Situation der Branche interessierten die Arbeitgeber aus nachvollziehbaren Gründen nicht, kann sich doch die Bauindustrie auch im Wirtschaftsjahr 2009 nicht auf ganz so schlechte Geschäfte berufen.

"Ein solches Vorgehen ist aus unserer Sicht absolut inakzeptabel. Das würde bedeuten, dass sich die Angestellten ihre Gehaltserhöhung zu einem wesentlichen Anteil selbst bezahlen. Selbst in Branchen, die im höchsten Maß von der Wirtschafts- und Finanzkrise getroffen wurden, lagen die Arbeitgeberangebote deutlich höher", erklärt Walter Jenny GPA-djp Wirtschaftsbereichsvorsitzender und Konzernbetriebsratsmitglied der Firma Porr AG, der gemeinsam mit GPA-djp Wirschaftsbereichssekretär Roman Krenn die Verhandlungen führt.

Bei der gestrigen BetriebsrätInnenkonferenz in Wien berieten die Betriebsratvorsitzenden der Baubranche die weitere Vorgehensweise und verabschiedeten eine Resolution an die Bauarbeitgeber in der Wirtschaftskammer. "Keinesfalls sind die Betriebsrätinnen und Betriebsräte willens, sich höhere Angebote der Arbeitgeber mit dem Verzicht auf andere, bereits erworbene Rechte zu erkaufen!" heißt es in der Resolution unter anderem.

Die Verhandlungen werden am 6. April fortgesetzt. In der GPA-djp hofft man in der Zwischenzeit auf eine andere Verhandlungskultur und mehr Wertschätzung der Bauarbeitgeber für ihre eigenen Angestellten.

"Kollektivvertragliche Verschlechterungen wird es auch nach Ostern mit der GPA-djp nicht geben. Wir ersuchen die Bauarbeitgeber eindringlich ihr Verhandlungsjunktim gleich wieder zu vergessen", stellt der stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-djp Karl Proyer klar.

Auf der Website der GPA-djp können Angestellte der Baubranche aber auch anderer Bereiche mit Ihrer Unterschrift die Forderungen der Angestellten nach einem fairen Gehaltsabschluss und der Absicherung ihrer kollektivvertraglich zugesicherten Rechte in der Bauindustrie unterstützen.

http://www.gpa-djp.at/bau

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