Podiumsdiskussion "Room for Innovation - Wieviel Platz braucht Pharmaforschung?"

Wien (OTS) - Innovation entsteht nicht von selbst, sondern braucht Treiber und die richtigen Rahmenbedingungen. Die innovative pharmazeutische Industrie in Österreich schafft durch ihre Produkte sowohl individuellen als auch gesellschaftlichen Nutzen. Innovative Medikamente sollen für jeden Patienten in Österreich zugänglich gemacht werden. Wie die Diskussion beim FOPI Forum 2010 am 23. März und das Impulsreferat von Prof. Dr. Josef Penninger zeigten, gestaltet sich der Dialog der forschenden Pharmazeutischen Industrie mit Entscheidungsträgern aus dem Gesundheitswesen sowie aus der Politik nicht immer einfach. Es ist daher entscheidend, eine gute Gesprächsbasis zu schaffen, um den Wert innovativer Arzneimittel für die Patienten deutlich zu machen und das Land Österreich in Zukunft zu einem attraktiven Standort für die pharmazeutische Industrie auszubauen.

Das FOPI (Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie) hat am 23. März 2010 zur Podiumsdiskussion "Room for Innovation - Wie viel Platz braucht Pharmaforschung" in den Dachsaal der Urania geladen. Unter der Moderation von Ronald Barazon diskutierten FOPI-Präsident Mag. Christoph Sauermann, Prof. Dr. Josef Penninger vom Institut für Molekulare Biotechnologie/IMBA, Mag. Edeltraud Stiftinger, Leiterin des Corporate Innovation Centers der Siemens AG Österreich, Dr. Christoph Klein vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Prof. Dr. Nikolaus Zacherl von der Arbeitsgemeinschaft Austrian Biotech Industry/ABI und Dr. Doris Langeder von der Österreichischen Diabetiker Vereinigung über Kosten, Nutzen und Perspektiven des medizinischen Fortschritts. Erörtert wurde außerdem, welche Rahmenbedingungen Pharmaforschung benötigt, um nachhaltig positive Veränderungen zu bewirken. Die Eröffnungsrede hielt Mag. Christoph Sauermann. Er betonte den enormen Wirtschaftsfaktor der Pharmaindustrie und stellte klar, dass der Dialog zwischen allen Beteiligten ausschlaggebend sei, um Österreich als attraktiven Forschungsstandort auch in Zukunft zu erhalten und weiter zu stärken. "Damit Innovation stattfinden kann, braucht es drei Dinge: Einen wirtschaftlichen Rahmen, eine faire Honorierung und einen Markt für die Forschung", so Sauermann.

Penninger hob in seinem anschließenden Impulsreferat die Wichtigkeit der Forschungsförderung in Österreich hervor und betonte, dass gut ausgebildete und motivierte Wissenschaftler der Garant für nachhaltige Innovation in unserem Land sind. Start-Up Firmen in Österreich bedürfen einer intensiven Förderung, um den Grundstein für exzellente Forschungsleistungen zu legen.

Life Sciences in Österreich einen größeren Raum geben - nur im Miteinander erfolgreich

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion stellte sich bereits zu Beginn die Frage nach dem gesetzlichen Rahmen in Österreich. Zacherl war der Meinung, dass der gesetzliche Rahmen zwar streng sei, aber durchaus Möglichkeiten zuließe. Um die Attraktivität des Standortes Österreich für Forscher zu erhöhen, seien jedoch höhere Forschungsförderungen und eine zunehmende Stabilität des Marktes ausschlaggebend. Um möglichst viele Kompetenzen in Österreich zu vereinen und innovative Forschung zu betreiben, ist die Zusammenarbeit zwischen angewandter Forschung und Grundlagenforschung wesentlich. "Nur im gemeinsamen Dialog zwischen Politik und Industrie können Innovationen vorantreiben und Wettbewerbsdefizite ausgeglichen werden" so Stiftinger. Innovationen sollen dabei nicht als Kostentreiber gesehen werden. "Innovative Medikamente, die helfen Krankheiten gezielt zu bekämpfen, können längerfristig in vielen Fällen dazu beitragen, Kosten einzusparen", so Sauermann. Der Nutzen für den Patienten sollte dabei immer im Vordergrund stehen. Klein betonte: "Wir sind verpflichtet, dem Patienten die bestmögliche Versorgung mit Arzneimitteln zur Verfügung zu stellen. Innovation ist notwendig, ein zusätzlicher Patientennutzen muss aber klar erkennbar sein."

Neues FOPI Präsidium

Sauermann übergab im Anschluss an die Podiumsdiskussion offiziell die FOPI-Präsidentschaft an Simone Thomsen, Geschäftsführerin von Eli Lilly Österreich. Ab 01. April 2010 steht somit erstmals eine Frau an der Spitze der forschenden pharmazeutischen Industrie Österreichs. Ingo Raimon, Geschäftsführer von Abbot Österreich bekleidet für die nächsten Jahre das Amt des Vizepräsidenten. Thomsens primäres Ziel ist es, den Dialog zwischen forschender Industrie und Politik zu verstärken: "Von der Politik ist ein Umdenken gefordert: Ausgaben für Arzneimittel müssen verstärkt im Kontext der gesamten Gesundheitsversorgung betrachtet werden. Das bedeutet einen Abschied vom 'Silodenken' der sektoralen Budgetplanung und Anerkennung des Wertes moderner Medikamente für das Gesundheits- und Sozialsystem."

Über FOPI

FOPI, das Forum der Forschenden Pharmazeutischen Industrie, ist ein Zusammenschluss von 18 forschungsorientierten internationalen Unternehmen der Pharmabranche in Österreich, deren gemeinsames Ziel es ist, ihre Verantwortung im öffentlichen Gesundheitswesen gegenüber den Patienten, den Verschreibern und Kostenträgern wahrzunehmen. Der Nutzen innovativer Arzneimittel für jeden betroffenen Patienten, aber auch für das Gesundheitswesen insgesamt, soll transparent gemacht werden.

Das Forum der Forschenden Pharmazeutischen Industrie will die Gesundheitsreform in Österreich aktiv mitgestalten, ihre Erfahrungen in die aktuelle Debatte einbringen und in Lösungsprozesse eingebunden werden.

Die in diesem Text verwendeten Personen- und Berufsbezeichnungen treten der besseren Lesbarkeit halber nur in einer Form auf, sind aber natürlich gleichwertig auf beide Geschlechter bezogen

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Mag. Michael Oberreiter MAS, MSc
Forum der Forschenden pharmazeutischen Industrie / FOPI
Tel.: 0664 814 44 69

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