Spitalsambulanzen an der Belastungsgrenze

NÖ Ärztekammer macht bereits seit Jahren auf personelle Unterbesetzung in Krankenhäusern aufmerksam

Wien (OTS) - "Die fallweise langen Wartezeiten in den Spitalsambulanzen in Niederösterreich sind schon lange bekannt. Es ist bemerkenswert, dass dies nun auch verstärkt unseren Patientinnen und Patienten auffällt und sich diese auch beklagen. Einer der Gründe ist die personelle Unterbesetzung, die im ganzen Spitalswesen Niederösterreichs schon seit längerer Zeit vorherrscht", so der NÖ Ärztekammerpräsident OA Dr. Christoph Reisner. Leider hat die Ärztekammer weder Personalhoheit noch ein Mitspracherecht beim Dienstpostenplan in den Spitälern. "Ich muss daher mit Befremden die Argumentation in diversen Medien feststellen, die Ärztekammer wäre an der Personalmisere aufgrund fehlender Verhandlungsbereitschaft mit schuld", so Präsident OA Dr. Reisner weiter.

"Das Landesklinikum Wiener Neustadt unter der Führung der Landeskliniken-Holding muss nicht nur die eigene Kinderambulanz sowie die Kinder- und Geburtshilfeabteilung samt Intensivstation unter anderem für Frühgeborene betreuen, sondern auch im Sinne eines "Reisedienstes per Taxi" die Krankenhäuser Neunkirchen und Baden. So ist es nur logisch, dass selbst bei normaler Besetzung Kapazitätsengpässe auftreten können, die am Wochenende oft noch deutlicher ausfallen", so der Kurienobmann der angestellten Ärzte OA Dr. Ronald Gallob.

Kinderheilkunde als Symptom für Reformbedarf

Er stellt in diesem Zusammenhang auch das generelle Problem fest, dass nicht mehr genügend Kinderärztinnen und -ärzte in den Spitälern Niederösterreichs vorhanden sind und es auch immer schwieriger werde, welche zu finden. "Die Kinderheilkunde ist eines der medizinischen Fächer, die schon heute schwer zu besetzen sind. Es kommen schon nicht mehr genügend ausgebildete Kinderärztinnen und -ärzte nach und auch die Arbeitsbedingungen sind unattraktiv und werden immer unattraktiver. Diese Entwicklung ist schon in einigen medizinischen Fächern evident", so OA Dr. Gallob.

Präsident OA Dr. Reisner betont aber auch, dass Spitalsambulanzen auf eine gewisse Kapazität ausgelegt sind und in Spitzenzeiten einfach, so wie in jedem anderen Dienstleistungsbetrieb auch, Engpässe auftreten können, beispielsweise durch Notfälle. "Im vorliegenden Fall hat es keine gesundheitliche Gefährdung gegeben. Unsere Ärztinnen und Ärzte wissen ganz genau, welche Fälle als dringende Notfälle vorgereiht werden müssen und in welchen Fällen mangels medizinischer Dringlichkeit in Spitzenzeiten eine Wartezeit zugemutet werden kann. Die Personalplanungsabteilung des Rechtsträgers sollte die berechtigte Kritik der Patientinnen und Patienten trotzdem berücksichtigen und entsprechend Vorsorge treffen", so Präsident OA Dr. Reisner abschließend.

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