WKÖ-Kallinger: Energieausweis muss selbstverständlich werden - Umdenkprozess notwendig

Handlungsbedarf: Nur 23% der Immobilienunternehmer erachten Energieausweis als geeignetes Marketinginstrument - Für 60% ist Immobilienpickerl wenig oder nicht bedeutend

Wien (OTS/PWK236) - "Der Energieausweis, zur energetischen
Bewertung von Gebäude, muss eine Selbstverständlichkeit werden", forderte Winfried Kallinger, Sprecher der gewerblichen Bauträger des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) heute, Montag, vor Medienvertretern: "Ähnlich wie beim Kühlschrank, den heute kein Händler verkaufen kann, ohne dessen Energiekosten anzugeben, wird es für die Immobilienbranche schwieriger werden auf den Energieausweis als Marketinginstrument zu verzichten."

Darüber hinaus betonte Kallinger: "Energiesparen bei Gebäuden muss eine partnerschaftliche Frage werden: Eigentümer haben Marktvorteile wenn sie energieeffiziente Immobilien besitzen - Käufer oder Mieter geben energieeffizienten Wohnungen oder Häusern den Vorrang, denn sie sind bieten Sparpotenzielle und steigern den Wohnkomfort".

"Für rund zwei Drittel der Unternehmer ist die rechtliche Verpflichtung, die seit 2008 besteht, Hauptgrund für die Umsetzung des Energieausweises. Nur 23 Prozent erachten den Energieausweis gegenwärtig als geeignetes Marketinginstrument", präsentierte Andreas Oberhuber, Geschäftsführer der Forschungsgesellschaft für Wohnen, Bauen und Planen (FGW), die Studie zur Effizienz des Energieausweises, die vom Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder und dem Institut für Energieausweis (IFEA) in Auftrag gegeben wurde und von FGW und dem Forschungsinstitut für Immobilienwirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien ausgearbeitet wurde.

"Mehr als 60 Prozent der Unternehmer halten den Energieausweis für wenig oder nicht bedeutend", merkt Oberhuber an, dass die Sinnhaftigkeit des Energieausweises bei den Immobilienunternehmern noch nicht anerkennt sei. Kallinger fügt hinzu: "Hier muss rasch ein Umdenkprozess einsetzen."

Die Frage, ob eine Beauftragung von Energieausweisen für sämtliche Objekte erfolgt ist, die der Vorlagepflicht unterliegen, wurde von nahezu zwei Drittel der Unternehmen verneint. "Der Energieausweis ist noch kein Zuckerbrot für die Unternehmer, sondern es braucht weiterhin die rechtliche Peitsche, um den Energieausweis flächendeckend umzusetzen", kommentierte Rechtsexperte Andreas Vonkilch die Umfrageergebnisse und ergänzte: "Auch sind sich viele Unternehmer nicht im Klaren, was die Konsequenzen durch den Verzicht auf den Energieausweis sind. Hier gehen noch viele Unternehmen in die Irre und es sind noch größere Überzeugungsarbeiten bei den Betrieben notwendig". So erspare sich ein Unternehmer nicht die nachträgliche Ausfertigung eines Energieausweises, wenn dies der Mieter oder Käufer verlange.

Markus Preiner IfEA-Geschäftsführer, Institut für Energieausweis GmbH sagte, dass sein Unternehmen bereits über 4.000 'Pickerl für Immobilien' ausgestellt habe. "Der Energieausweis ist ein Instrument, das Transparenz und Sicherheit garantiert. Er wird in Zukunft an Wichtigkeit gewinnen, denn der Laie kann sich ein energieeffizientes Wohnobjekt leicht aus dem Markt herauspicken". Der Energieausweis könne auch in Hinblick auf eine Ökologisierung des Steuersystems eine bedeutende Rolle spielen.

Die gesamte Umfrage ist unter wko.at/presse abrufbar. (AC)

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