"profil": Schönborn: "Meiste Missbrauchstäter sind verheiratete Männer"

Kardinal hält an Pflichtzölibat fest - Täter sollen Kosten für Opfer übernehmen

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" hält Kardinal Christoph Schönborn weiter am Pflichtzölibat fest. "Alle Experten sagen uns, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen Missbrauch und Zölibat gibt. Die meisten Missbrauchstäter sind offensichtlich verheiratete Männer." Forderungen von Laiengruppen nach Zulassung von verheirateten Männern als Seelsorger weist der Kardinal zurück. "Es gibt für die Kirche in Österreich keinen Sonderweg, keinen Weg an den Vorgaben der Weltkirche vorbei."

Zur Meldepflicht von Missbrauchsfällen, wie sie gerade in Deutschland eingeführt wird, bleibt Schönborn abwartend: "Da gibt es unter Juristen und sonstigen Fachleuten unterschiedliche Meinungen. Das muss noch weiter diskutiert werden."

Entschädigungszahlungen für Opfer sollten "im Einzelfall" geklärt werden. "Normalerweise gehen wir davon aus, dass der Täter Kosten übernimmt."

Schönborn erklärt weiters im "profil"-Interview, dass das Kondomverbot auch in Afrika trotz AIDS-Verbreitung aufrecht bleiben solle. "Ich kann nur sagen, was mir afrikanische Bischöfe berichten:
Verteilungsaktionen von Kondomen bleiben wirkungslos, wenn man nicht bei den tiefen sozialen Ursachen der Pandemie ansetzt."

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