Strache (2): Hohes ORF-Führungsmitglied bestätigt ORF-Manipulationen

Belastende Passagen wurden vorsätzlich gelöscht

Wien (OTS) - "Am Freitag, dem 12. März 2010 gegen 21 Uhr wurde dem ORF zur Kenntnis gebracht, dass aufgrund eines Zwischenfalles und einer Anzeige von mir während dieser Veranstaltung Ermittlungen gegen den ORF aufgenommen wurden", erklärte FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache im weiteren Verlauf seiner heutigen Pressekonferenz.

Die entsprechenden Erhebungen konzentrierten sich dann auf der einen Seite auf die bei der Veranstaltung in Wiener Neustadt anwesenden Zeugen und andererseits auf die im ORF Verantwortlichen. Dazu wurde ein Gespräch mit dem Informationsdirektor Oberhauser geführt und dieser in Kenntnis gesetzt, dass die Staatsanwaltschaft aufgrund der diversen strafrechtlichen Übertretungen dringend die Herausgabe der entsprechenden Bänder verlange.

Oberhauser erklärte sich offensichtlich unwissend und sagte zu, der Causa "nachgehen zu wollen". Laut den bekannten Informationen wurden in der Folge auch der Sendungsverantwortliche und weitere Direktionsmitglieder von dem Begehren der Staatanwaltschaft bzw. Polizei verständigt.

Am Montag den 15.3. kam es dann zur Übergabe der besagten Bänder an Beamte der Bundespolizei, die im ORF erschienen waren, nachdem man sich vier Stunden geweigert hat. Erst nachdem mit Festnahme gedroht wurde, hat man das ORF-Band übergeben. Den Beamten wurden Bänder vorgelegt, von denen behauptet wurde, es handle sich um die entsprechenden Bänder. Der ORF wollte die Bänder nur als Kopie rausrücken, was von Seiten der Sicherheitsorgane beeinsprucht wurde. Letztendlich erfolgte dann doch die Übergabe der besonderen Beweismittel.

Am nächsten Tag (16.3.) meldete der Standard, die Kontrolle der Bänder habe ergeben, dass sich darauf keine Passagen mit neonazistischem Gedankengut bzw. Sprüchen befinden.

Am 16.3. um 17.56 Uhr wurde Strache durch ein hohes ORF-Führungsmitglied folgender Sachverhalt bestätigt:

- ORF-interne Untersuchungen hätten ergeben, dass die der Polizei übergebenen Bänder vorher betriebsintern "überprüft" und die belastenden Passagen vorsätzlich gelöscht wurden (Beweismittelunterdrückung).

- Diese ORF-interne Untersuchung habe auch bestätigt, dass die beiden belasteten Neonazis vom ORF (der Redaktion "Am Schauplatz") extra engagiert und dafür auch finanziell entschädigt wurden. Der vor Ort befindliche Redakteur gab zu, mit den beiden Personen (Neonazis) seit längerem bekannt gewesen zu sein, mit diesen auch privat verkehre, und sie tatsächlich für diesen Auftritt engagiert habe (Zitat : "da könnt ihr endlich dann dem Strache direkt gegenüber treten")

- Diese Information hat in höchsten ORF-Kreisen absolute Bestürzung ausgelöst und es werde erwartet, dass die entsprechenden Konsequenzen getroffen werden. Direkt aus dem ORF-Vorstand haben uns Informanten zugetragen, dass sie mit diesen Methoden, welche strafrechtliche Relevanz haben, nicht leben können und diese Causa aufgedeckt werden muss und es auch zu Konsequenzen kommen muss.

Das war die Aussage eines ORF-Führungsmitglieds. "Und wir hören inoffiziell von so einigen am Küniglberg, dass sie dieses Vorgehen des ORF ungeheuerlich finden", erklärte Strache. "Ich möchte hier auch ausdrücklich betonen, dass unsere Kritik selbstverständlich kein Angriff ist gegen jene zahlreichen ORF-Redakteure und ORF-Mitarbeiter, die faire und sachliche Arbeit leisten und die oft genug unter der Unobjektivität und Inkompetenz von Mitgliedern der ORF-Führung zu leiden haben."

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