Verländerung des Schulsystems führt zu Ineffizienz

Wien (OTS) - Der Vorschlag von ÖVP-Bundesländerparteien zur Verländerung des Schulsystems widerspricht klar der gemeinsamen Position der Regierungspartner auf Bundesebene und allen Expertenvorschlägen von Rechnungshof, WIFO und IHS.

Auch Vizekanzler Josef Pröll hat seine Ablehnung einer solchen totalen Verländerung vor wenigen Tagen im Ö1-Mittagsjournal betont.

Anstelle einer Verbesserung der Qualität und der Durchlässigkeit in ganz Österreich würde durch die geforderte Verländerung Ineffizienz, Intransparenz und Immobilität in unserem Schulsystem gefördert werden.

Das System der Landeslehrer - Bund zahlt, Länder geben aus - ist kein Zukunftsmodell für eine moderne Schulverwaltung. Ausgaben- und Aufgabenverantwortung gehören in eine Hand. Nur so ist ein effizienter und verantwortungsbewusster Umgang mit dem Geld der Steuerzahler möglich.

In Zeiten der europäischen Integration und der Steigerung der Mobilität von Menschen ist das Errichten neuer (Bildungs-)Barierren zwischen einzelnen Bundesländern kontraproduktiv. Verkürzt ausgedrückt: Ein Kind muss auch in Zukunft ohne Probleme von Wien nach Niederösterreich ziehen können, ohne sich in ein neues und unterschiedliches Schulsystem "integrieren" zu müssen. Auch die Lehrerinnen und Lehrer dürfen nicht an Landesgrenzen scheitern.

Speziell das berufsbildende Schulwesen und Bundesschulzentren, die ihr Einzugsgebiet über die Bundesländergrenzen hinweg haben, würden der Verländerung zum Opfer fallen.

Ein Blick nach Deutschland - das Schulwesen vollkommen zersplittert, laut einhelliger Expertenmeinung eindeutig zum Nachteil der Schülerinnen und Schüler - sollte allen Verantwortlichen eine Warnung vor einer Verländerung unseres Bildungssystems sein.

Grundsätzlich ist festzuhalten: Österreich ist ein zu kleines Land um sich neun verschiedene Schulsysteme zu leisten. Ziel einer Verwaltungsreform muss eine Vereinheitlichung und eine Effizienzsteigerung im System sein. Ausgaben- und Aufgabenverantwortung sollen in einer Hand gebündelt werden. Für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer dürfen keine Barrieren zwischen den bundesländern entstehen. Die Verantwortung der Schulstandorte sollte gleichzeitig gestärkt werden.

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Nikolaus Pelinka, MSc
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