VP-Riha: In Wien gibt es KEINEN Gratis-Kindergarten

Wien (OTS) - Eine kritische Bilanz über die Einführung des sog. Gratis-Kindergartens in Wien zog heute die Gemeinderätin der ÖVP Wien, Monika Riha. "Vor ziemlich genau einem Jahr hat Bürgermeister Häupl einen Gratiskindergarten für jedes Wiener Kind versprochen. 12 Monate später müssen wir ernüchtert feststellen, dass dieses Ziel nicht erreicht worden ist", so die VP-Gemeinderätin dazu.

Der Besuch des Kindergartens ist demnach für einen großen Teil der Eltern immer noch mit vielen Kosten verbunden. "Es ist", so Riha, "daraus nicht das geworden, was Häupl versprochen hat! Wie so oft entpuppte sich die SPÖ auch hier als Ankündigungsweltmeister. In mehr als 50 % der Kindergärten werden die Eltern nach wie vor zur Kasse gebeten. Man kann daher bestenfalls vom gebührenreduzierten Kindergarten sprechen. Außerdem fehlen noch immer rund 15.000 Plätze für ein bedarfsgerechtes Angebot" so Monika Riha.

Nur jedes vierte Kind unter drei Jahren hat Chance auf Betreuungsplatz

Verschärft werde der gravierende Platzmangel auch dadurch, dass Wien es verabsäumt habe, sich entsprechend auf den verpflichtenden Kindergarten ab Herbst 2010 vorzubereiten. Um allen fünf- bis sechsjährigen Kindern den Besuch des verpflichtenden Kindergartens zu "ermöglichen" (wie gesetzlich vorgeschrieben) würden in Wien derzeit Kinder unter drei Jahren massiv benachteiligt. Nur jedes vierte Kind unter drei Jahren habe heute die Chance, einen Platz in einer Kinderkrippe oder einer alterserweiterten Gruppe zu finden.

Die ewige Ausrede der Stadt Wien, sie bekäme vom Bund keine Mittel und könne deshalb keine Plätze schaffen, ist wirklich lächerlich, denn Kindergarten ist Landessache und dass der Bund - dank Christine Marek - den Ländern und damit auch Wien Gelder zur Verfügung stellt, ist ehrenwert, aber die Aufgabe des Ausbaus liegt bei Wien.

Es sind insbesondere die strukturellen Schwächen des Wiener Systems, die eine Realisierung der Ankündigung schon im Vorhinein unmöglich gemacht haben. "Zu wenige Kindergärten, zu große Gruppen, zu wenig qualifiziertes Personal. Diese Probleme sind bzw. waren seit Jahren bekannt und wurden nicht grundlegend gelöst. Der Bürgermeister hätte das berücksichtigen müssen", so Riha.

Qualitativer und quantitativer Entwicklungsschub gefordert

Auch der landesgesetzliche Rahmen ist ihrer Einschätzung nach unzureichend. "Es gibt noch immer keinen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Eltern und Kindern wird damit die wichtige Rechtssicherheit verwehrt", meint die VP-Gemeinderätin.

Riha fordert einen qualitativen und quantitativen Entwicklungsschub für das vorschulische Bildungs- und Betreuungswesen. "Jedes Wiener Kind, das einen Kindergartenplatz braucht, soll ihn bekommen! Deshalb fordern wir einen Entwicklungsplan für Wiens Kindergärten. Damit soll der Ausbau bestehender Kindergärten und die Errichtung neuer vorschulischer Bildungseinrichtungen genau geplant und umgesetzt werden", meint sie dazu.

Das pädagogische Qualitätsmanagement soll ebenfalls ausgebaut werden. Riha fordert daher die Einführung eines akademischen Lehrgangs für Kindergartenpädagogik. "Wenn der Personalmangel behoben werden soll, dann muss die Ausbildung des Personals attraktiver gestaltet werden. Das geht nur über eine Akademisierung", hält Riha fest.

Die Größe der Kindergartengruppen soll nach den Vorstellungen der VP-Gemeinderätin und ihrer Fraktion ebenfalls reduziert werden. "Derzeit sind 25 Kinder pro Gruppe möglich. Wir wollen erreichen, dass dieser Wert auf 20 herabgesetzt wird. Dadurch würden mehr Möglichkeiten zur individuellen Betreuung geschaffen. Und genau die ist ganz wichtig, wenn wir die Kinder gut auf die Schule und auf das Leben vorbereiten wollen.

Riha mahnt die SP-Stadtregierung, die bestehenden strukturellen Probleme endlich anzugehen. "Die aktuelle mediale Berichterstattung zeigt, dass die derzeitige Situation für Eltern, Kinder und das Personal untragbar ist. Wien muss die Bedingungen grundlegend ändern!"

"Man hätte auf Seiten der SPÖ nicht nur unsere Idee übernehmen, sondern sich auch entsprechend auf die Umsetzung vorbereiten sollen. Nur Ankündigungen allein sind - wie aufgezeigt - nicht ausreichend", so Riha abschließend.

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