FPÖ-Neubauer: Ausbildungsreform bei Gesundheitsberufen notwendig

Wien (OTS) - Eine Ausbildungsreform bei Gesundheitsberufen sei dringend notwendig, sagte heute der freiheitliche NAbg. und Generalsekretär des Österreichischen Seniorenringes (ÖSR), Werner Neubauer, angesichts der bemühten aber völlig danebengehenden Ausschreibung zum Chef des "Seniorenzentrums Franz Hillinger" in Linz.

So werde via Amtsblatt Nr. 5, vom 8. März 2010, die Neubesetzung eines Bereichsleiters für das "Seniorenzentrum Franz Hillinger" in Linz ausgeschrieben. Dabei, so Neubauer, seien einige Skurrilitäten zu lesen, die jedoch das Dilemma bei der Ausbildung zu Pflegeberufen gut dokumentierten. So werde etwa als Anstellungserfordernis die Vollendung des 18. Lebensjahres vorgeschrieben. Gleichzeitig werde aber als Voraussetzung die Ausbildung zur Diplom-, Gesundheits-und/oder Krankenpfleger/ -Schwester verlangt. Weiters mindestens 3 Jahre Praxis - davon ein Jahr Geriatrie. "Diese Anforderung ist für einen 18-jährigen nicht zu erfüllen, weil die Ausbildung für solche Berufe erst mit Vollendung des 17. Lebensjahres möglich sei", so Neubauer.

Abgesehen davon, dass ein 18-jähriger wohl kaum geeignet sei ein Seniorenheim zu führen, schließe diese Ausschreibung aber auch eine Berufsgruppe aus, die prädestiniert wäre in Seniorenheimen zu arbeiten, nämlich die Altenfachbetreuer, kritisierte Neubauer. Dies liege an den dringend reformbedürftigen Ausbildungsmodalitäten der Gesundheitsberufe, bei denen die Grenzen zu knapp bemessen seien und ein Kantönlidenken der einzelnen Berufsgruppen, eine Flexibilisierung unnötig verhindere, so Neubauer. In diesem speziellen Fall bedeute dies, dass eine Krankenschwester ein Pflegeheim führen könne, eine Pflegefachkraft jedoch nicht, wundert sich Neubauer.

In Österreich hätten wir die Situation, dass immer mehr Menschen älter würden und daher auch immer mehr Menschen Pflege bräuchten. Dies vor dem Hintergrund, dass die Gesundheitsberufe extrem fordernd seien und die höchsten Burn-Out-Raten hätten. Mit einer Flexibilisierung der Ausbildung könne man erreichen, dass es für die im Gesundheitsbereich Tätigen einfacher werde zwischen den Gesundheitsberufen zu wechseln und so länger im System zu bleiben, zeigte Neubauer auf.

"Diesbezügliche Ansätze vermisse ich bei Gesundheitsminister Stöger, der sich von den Berufs-Lobbys der Gesundheitsdienstleister derart beeindrucken lasse, dass er vor Reformen sitze wie das sprichwörtliche Kaninchen vor der Schlange", kritisierte Neubauer.

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