Neues Volksblatt: "Out of Control" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 15. März 2010

Linz (OTS) - "Interessiert das noch wen?", sagte einer aus der Diskutantenrunde, als man auf die nun im Kino angelaufene Dokumentation "Udo Proksch - Out of Control" zu sprechen kam.
Schon die in der Frage mitschwingende Skepsis gibt die Antwort: Ja, die Causa Proksch hat zu interessieren. Dieses Kapitel Zeit- und Sittengeschichte darf nicht in Vergessenheit geraten - selbst wenn, wie auch in der VOLKSBLATT-Filmkritik angemerkt wurde, der Verbrecher Proksch "und die mangelnde Moral dieser Figuren" kaum gezeigt würden. Diese Figuren: das waren im Club 45 hauptsächlich Sozis aus der ersten Reihe. Sie waren Proksch für seine zweifelhaften Dienstleistungen so dankbar, dass in Nibelungentreue zum gelernten Schweinehirten gefälschte Dokumente herbeigeschafft und die Ermittlungen durch Exekutive und Justiz behindert wurden, um den Untergang der Lucona in einem falschen Licht erscheinen zu lassen. Was damals passierte, war ein roter Skandal sondergleichen. In Wahrheit ist daher der Filmtitel "Udo Proksch - Out of Control" zu eng gefasst. "Rote Spezis - Out of Control" müsste es heißen, aber wer will es sich schon mit jenen verscherzen, die heute wie damals ehrenwerte Mitglieder des linken Polit-Establishments sind.

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