BZÖ-Grosz: Debatte um Kindesmissbrauch an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten

Kindesmissbrauch ist Gräuel unserer Gesellschaft - Fokus auf eine Institution ist sehr vordergründig und schadet dem Kampf gegen Kindesmissbrauch in allen Gesellschaftsbereichen

Graz (OTS) - Die Diskussion und die Debatte um Kindesmissbrauch
sei an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten und die Fokussierung auf eine betroffene Institution sehr vordergründig und zudem brandgefährlich. Kindesmissbrauch sei ein regelrechter Mord an den Seelen der Kinder, eines der größten Probleme unserer Gesellschaft und der Kampf dagegen eine dringende Herausforderungen für die Politik. "Diese Diskussion wird aber sehr vordergründig geführt zumal nicht einzelne Institutionen wie die Kirche ein "Monopol" auf dieses Verbrechen haben, sondern diese schreckliche Art der Kriminalität über alle Gesellschaftsschichten und Berufsgruppen hinweg geht. Mit dieser Fokussierung auf eine Einrichtung laufen wir Gefahr, dass der Kampf gegen Kindesmissbrauch in anderen öffentlichen Institutionen und auch im familiären Bereich komplett ins Hintertreffen gerät. Kindesmissbrauch findet leider überall statt und ist daher auch überall zu bekämpfen", so BZÖ-Menschenrechtssprecher Abg. Gerald Grosz am Sonntag. Er erinnert an tausende jährlich bekannt werdende Fälle im familiären Umfeld, den Fall bei den Wiener Sängerknaben, den Kinderfreunden und Missbrauchsfälle bei vielen Institutionen, die mit Kindern in Kontakt kommen. Dieser regelrechte "Dammbruch des Schweigens" sei daher nicht für pauschale Schuldzuweisungen sondern endlich für strenge Gesetze zu nutzen.

Kindesmissbrauch sei mit härtesten Strafen zu belegen, "Lebenslang für Kinderschänder" dürfe keine politische Forderung bleiben sondern müsse endlich Rechtsbestand der österreichischen Rechtssprechung werden, so der Menschenrechtsprecher.

"Das Problem der Institutionen müssen die Institutionen selbst regeln, die davon betroffen sind und ich bin mir sicher, dass die Kirche - wenn sie schonungslos und offensiv aufdeckt - wieder zu ihren Wurzeln als Speerspitze für die Schwächsten unserer Gesellschaft zurückfindet. Der Rechtsstaat hingegen muss endlich im Bereich des Strafrechtes für den sexuellen Missbrauch Minderjähriger eine Erhöhung des Strafrahmens für Kinderschänder durchsetzen und wirkungsvollerer Instrumentarien für einen präventiven Opferschutz etablieren. Auch die Verjährungsfristen müssen geändert werden, es darf für solche Delikte keine Verjährung geben", fordert Grosz.

"Jährlich werden tausende Missbrauchsfälle - quer über alle Berufsfelder und Gesellschaftsschichten - bekannt. Die Dunkelziffer ist laut Experten fast zwanzigmal so hoch. Die Rückfallquote bei Sexualstraftätern liegt bei 50 bis 70 Prozent. Das sind Zahlen, die uns alarmieren und ein umfassendes Kinderschutzpaket erforderlich machen", verlangt Grosz endlich Maßnahmen im Strafrecht.

Mindeststrafen von zehn Jahren für Sexualdelikte und keine vorzeitigen Haftentlassungen; die Umsetzung eines Berufsverbots für Sexualstraftäter, wenn dieser Beruf den Umgang mit Kindern und Jugendlichen umfasst; die Möglichkeit der chemischen Kastration für Sexualstraftäter; die lebenslange Überwachung durch eine regelmäßige Meldepflicht bei Behörden; die Einführung einer Sexualstraftäterdatei sowie die Verschärfung der Anzeigenpflicht für Gewalttaten und Sexualstraftaten an Kindern für Ärzte.

Die österreichische Justiz zeichnet sich in letzten Jahren immer mehr dadurch aus, dass vorzeitige Haftentlassungen ausgesprochen werden. Tausende Straftäter, darunter schwere Gewaltverbrecher, Sexualstraftäter und Kinderschänder, wurden so vorzeitig entlassen. Die Antwort auf mehr Sexualstraftaten in der Steiermark und in Österreich kann und darf nicht die vorzeitige Haftentlassung sein. Das steirische BZÖ fordert daher zum Schutz der Bevölkerung restriktivere Maßnahmen in der Justizpolitik, skizziert Grosz die Forderungen des steirischen BZÖ.

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