Fischler: Unser Steuersystem muss gerechter werden

Der Präsident des Ökosozialen Forums, Franz Fischler, verlangt eine umfassende Ökologische Steuerreform bei gleichzeitiger Entlastung der Besteuerung von Arbeit

Wien (OTS) - "Mit dem Vorhaben, das Steuersystem zu ökologisieren und im Gegenzug den Faktor Arbeit zu entlasten, befindet sich Österreich auf dem richtigen Weg. Denn nur dadurch können wir unser Steuersystem menschen- und umweltgerechter machen", betont Franz Fischler, der Präsident des Ökosozialen Forums. "Eine Verschiebung der Steuerlast von der Arbeit hin zu ökologisch und volkswirtschaftlich nachteiligen Aktivitäten und Ressourcen hat nicht nur positive Auswirkungen auf die Umwelt sondern auch auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt. Diese 'doppelte Dividende' gilt es gerade jetzt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu nutzen." Durch eine Ökologisierung des Steuersystems könne man zusätzliche Investitionen in die Energieeffizienz und in das Energiesparen auslösen und damit neue Arbeitsplätze schaffen. Ebenso würden geringere Lohnnebenkosten dazu beitragen, den Arbeitsmarkt ankurbeln, so Fischler.

"Wichtig ist es aber, ein Gesamtpaket zu schnüren, das auch Maßnahmen zur Abfederung von sozialen Härten durch die höheren Umweltsteuern und zur Bewusstseinsbildung der Menschen vorsieht. Die Klima- und Umweltprobleme machen ein breites Umdenken in allen Bereichen notwendig", betont der Präsident des Ökosozialen Forums.

Im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts über die Auswirkungen ökologischer Steuerstrukturreformen in fünf europäischen Ländern, darunter Deutschland und Dänemark, konnte diese positive Entwicklung im Bezug auf Wirtschaftswachstum und die Verbesserung der Arbeitsplatzsituation bei gleichzeitiger Reduktion der CO2-Emissionen deutlich belegt werden. In Deutschland wurden laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung durch die Ökosteuerreform der 1990er-Jahre mindestens 250.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

Österreich liegt derzeit bei der Besteuerung des Energieverbrauchs deutlich unter dem EU-Durchschnitt, mit noch dazu fallender Tendenz. Die Besteuerung des Faktors Arbeit ist dagegen sehr hoch und liegt mit rund 42 % über dem EU-Durchschnitt. Grundidee einer Ökosozialen Steuerreform ist eine möglichst aufkommensneutrale und sozialverträgliche Verschiebung der Steuerlast vom Faktor Arbeit hin zu ökologisch schädlichen Aktivitäten

Fakten und Daten dazu finden Sie auch auf der Homepage des Ökosozialen Forums unter http://www.oekosozial.at/index.php?id=13491

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