Kardinal Schönborn hofft auf "echte Umkehr"

Wiener Erzbischof erinnert bei der Eröffnung der zweiten Delegiertenversammlung der missionarischen Initiative "Apostelgeschichte 2010"

wien (OTS) - Wien, 11.03.10 (PEW) Die Bedeutung der Kirche trotz aller schlimmen Vorfälle unterstrich Kardinal Christoph Schönborn am Donnerstag im Wiener Stephansdom bei der Eröffnung der zweiten Delegiertenversammlung der missionarischen Initiative "Apostelgeschichte 2010". Er hoffe auf eine "echte Umkehr", so der Kardinal. Wörtlich sagte der Wiener Erzbischof: "In den letzten Tagen wogt in mir ein heftiger Kampf, und ich kann mir denken, dass es vielen auch so gegangen ist. Da ist die starke Versuchung zu resignieren, zur Depression, zum Selbstmitleid: warum sind wir, "die Kirche", schon wieder einmal "dran"? ...Aber dann spüre ich im Herzen: das ist es nicht! Diese Trauer ist nicht die richtige Trauer. Dann erinnere ich mich an die so klaren Worte, die die österreichischen Bischöfe in der vergangenen Woche gesagt haben: es geht nicht um unseren Schmerz. Ja, es tut uns weh, wie wir wieder einmal dastehen. Aber was ist dieser Schmerz im Vergleich zum Schmerz der Opfer? Und dann denke ich an Missbrauchsopfer, die ich persönlich kenne, deren Leben bis heute noch nach Jahrzehnten schwer belastet ist, denen der Missbrauch dauerhaft Lebenssubstanz geraubt hat. Und dann spüre ich eine echte Trauer".

Die Bischöfe hätten an das Wort Jesu erinnert, sagte Kardinal Schönborn: "Die Wahrheit wird euch frei machen". Dieses Wort gelte auch in dieser schwierigen Stunde der Kirche in Österreich: "Die Kirche wird an Glaubwürdigkeit gewinnen, wenn wir durch diesen Prozess der Läuterung gehen. Und sie wird deutlicher sichtbar machen, wo von Jesus her ihr Platz ist: dort, wo der Mensch, das Ebenbild Gottes verletzt, geschändet, missbraucht wird". Der Wiener Erzbischof appellierte an die Delegierten: "So bitte ich euch - und sage es auch mit selber: nehmen wir diese Phase der Läuterung an. Sie kann uns nur näher zu Jesus und näher zu den Menschen bringen, auch wenn wir jetzt von vielen beschimpft und verachtet werden". (forts)

Rückfragen & Kontakt:

Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
Erich Leitenberger
1010 Wien, Stephansplatz 4/7/1
Tel: 01/51552-3591
E-Mail: media@edw.or.at
http://presse.stephanscom.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | EDW0002