"KURIER"-Kommentar von Gert Korentschnig: "Die Piep-Show"

Die elektronische Fußfessel wird nun auch in Österreich eingeführt - höchste Zeit!

Wien (OTS) - Vor gut zehn Jahren gab es im KURIER die ersten Berichte, die sich mit der Fußfessel beschäftigten. Damals klang das nach Science-Fiction und war so absurd und unvorstellbar wie eine Reise zum Mars.
Heute ist das im Alarmfall piepende System in mehreren Ländern Realität - prominentester Fessel-Träger ist Regisseur Roman Polanski, der so seinen Film "Ghostwriter" fertigstellen konnte. Auch in Österreich hat die Testphase anscheinend gute Ergebnisse gebracht. Dass es nun in der Regierung politischen Konsens über die gesetzliche Einführung dieser Form der Überwachung gibt, ist nur logisch und erfreulich. Die Fußfessel ist - bei leichteren Delikten und anstelle der U-Haft - aus humanitären Gründen um vieles sinnvoller als der sogenannte Häf'n: Eine Gefängnisstrafe sollte immer nur der letzte Ausweg sein. Eine Fußfessel kostet einen Bruchteil von dem, was eine Haftstrafe kostet - sie liefert also auch wichtige finanzielle Argumente. Eine Fußfessel kann überfüllte Gefängnisse entlasten. Und sie ermöglicht dem Fußgefesselten, seiner Arbeit nachzugehen, anstatt von der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein.
Ein logischer Fußfesselträger wäre Helmut Elsner. Wer weiß, vielleicht macht er ja bald als Testimonial mit dem Slogan "My penthouse is my prison" Werbung dafür.

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