Industrie zu Energiestrategie: Mehr Technologie und weniger einseitige Förder-Ideologie

IV-VGS Koren: Energiestrategie erster Schritt - Kritik an hoher Förderlastigkeit - Umsetzung entscheidend - IV wird auf langfristige Transformation des Energiesystems drängen

Wien (OTS/PdI) - Die Energiestrategie dürfe nun "nicht in den Kinderschuhen stecken bleiben", forderte Ing. Mag. Peter Koren, Vize-Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) heute, Donnerstag, anlässlich der Präsentation der Energiestrategie Österreich. "Klar ist: wir brauchen in der Energiepolitik einen Paradigmenwechsel hin zu einer integrierten, nachhaltigen Klima- und Energiepolitik sowie einem Gleichgewicht von ökonomischen und ökologischen Aspekten. Die vorliegende Strategie kann aber nur ein erster Schritt in diese Richtung sein."

Tatsache sei, dass die ambitionierten Energie- und Klimaschutzziele nur mit enormen Anstrengungen und einer radikalen Verbesserung der Energieeffizienz - darin herrsche unter Experten Einigkeit - erreichbar sein wird. "Wenn man die Transformation unseres Energiesystems ernst nimmt, erfordert dies große Sprünge in den großen Energieverbrauchssegmenten Mobilität (28 Prozent), Gebäude (21 Prozent) und Verlusten bei der Energieumwandlung (15 Prozent). Für die Industrie ist daher die Entwicklung und Markteinführung neuer Technologien das zentrale Element der Energiestrategie", so Koren.

Positiv seien daher vor allem die Schwerpunkte zur Forcierung von Elektromobilität, die Initiativen für Forschung, Technologie und Innovation sowie die Maßnahmen im Bereich Bauen und Sanieren und zum Ausbau der Smart Grids zu bewerten. Erfreulich sei weiters, dass die Energiestrategie auch beim Ausbau der heimischen Wasserkraft einen Schwerpunkt setze, sowie die Anerkennung von CCS als Übergangstechnologie. Damit seien in der Strategie wesentliche Forderungen der Industriellenvereinigung aufgenommen worden, so Koren.

"Konkrete Maßnahmen zur Verfahrenserleichterung in Hinblick auf die Versorgungssicherheit für dringend notwendige Energieinfrastruktur-Projekte fehlen bedauerlicherweise. Natürlich wird auch die breite Palette der Erneuerbaren Energie eine immer wichtigere Rolle in der Energiezukunft spielen, allerdings muss in diesem Zusammenhang stärker auf den Einsatz hocheffizienter Technologien, Kosteneffizienz im Umgang mit Fördermitteln und einem effizienten Rohstoffeinsatz geachtet werden", so Koren. Daher seien die hohe Förderlastigkeit der Strategie sowie der deutliche Überhang von Maßnahmen zur Energiebereitstellung im Bereich Erneuerbare Energie zu kritisieren. "Besser wäre eine stärkere Fokussierung auf eine konsequente Reduktion des Energieverbrauchs durch Effizienzsteigerung und Innovation."

Umsetzung entscheidend

"Wichtige Fragen, wie die Finanzierung der Maßnahmen, die Klärung von Zuständigkeiten und Verbindlichkeiten der Gebietskörperschaften, die Einhaltung der Anforderungen an den Energie-Binnenmarkt oder die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen, sind offen geblieben. Dabei darf gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auf die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit für energieintensive Unternehmen nicht vergessen werden", betonte der Vize-Generalsekretär.

In der konkreten Umsetzung werde die IV darauf drängen, eine langfristige Transformation des Energiesystems zu bewerkstelligen. "Die beteiligten Unternehmen erwarten eine konsequente Schwerpunktsetzung in diesem Bereich", so Koren.

Positiv bewerte die Industrie, dass der Wirtschaftsminister mit der Energiestrategie ein starkes Signal für diesen für das Industrieland Österreich zentralen Standortfaktor ausgesandt hat. "Er geht aus unserer Sicht damit deutlich gestärkt in die zukünftigen Herausforderungen der Energiepolitik", wie Koren abschließend betonte.

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