Heinisch-Hosek: Ohne Sozialleistungen wären doppelt so viele Frauen armutsgefährdet

Hundstorfer: Beschäftigung ist der beste Schlüssel gegen Armut - 100 Millionen Euro bei Mindestsicherung kommen vor allem Frauen zugute

Wien (OTS/SK) - "In Krisenzeiten ist jedes Ressort, auch der öffentliche Dienst aufgefordert zu sparen. Das werden wir auch tun. Dieses Sparen muss aber vor den Sozialleistungen halt machen, wir dürfen nicht bei den Ärmsten der Armen sparen. Denn: Ohne Sozialleistungen wären doppelt so viele Frauen in Österreich armutsgefährdet", so Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, heute, Donnerstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer zum Thema "Frauenarmut in Österreich und der EU". "Beschäftigung ist der beste Schlüssel gegen Armut und wir haben einen aktivierenden Sozialstaat", betonte Hundstorfer, der weiter ausführte, dass die bedarfsorientierte Mindestsicherung deutliche Verbesserungen bei der Notstandshilfe, besonders für alleinstehende Frauen, im Umfang von 100 Millionen Euro bringen werde. "Wir wollen aber nicht, dass diese Frauen in der Notstandshilfe verharren, sondern wir wollen ihnen einen Arbeitsplatz oder die notwendige Weiterbildung vermitteln", erklärte der Sozialminister. ****

Die heutige Pressekonferenz im Michl's Social Club, einer Einrichtung, die Langzeitarbeitslosen und Menschen mit besonderen Bedürfnissen eine Erwerbsmöglichkeit bietet war ein "Kick-Off" zu einer ganzen Reihe von Veranstaltungen im Rahmen des "Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung." Neben der Frauenministerin und dem Sozialminister nahm auch Christine Stelzer-Orthofer von der Johannes Kepler Universität Linz teil, eine Expertin mit dem Fachbereich "Armutsforschung", die darauf hinwies, dass der Anteil der von Armut gefährdeten Menschen in Österreich mit 12 Prozent zwar deutlich unter dem EU-Durchschnitt von ca. 17 Prozent liege, aber dennoch rund eine Million Österreicher von Armut gefährdet seien. Dies betreffe meist Migranten, Alleinerzieher, Arbeitslose, ältere Menschen - und hier vor allem die Frauen. Ihr Verarmungsrisiko sei um ein Viertel höher als bei Männern.

Die Gründe hierfür seien vor allem, dass Frauen noch immer einen Großteil der unbezahlten Arbeit (Pflege, Haushalt, Kinderbetreuung) leisten, meist prekär beschäftigt seien, oftmals in gering bezahlten Branchen arbeiten und es immer noch deutliche Ungerechtigkeiten bei der Bezahlung von Männern und Frauen gebe. Als mögliche Maßnahmen um hier gegenzusteuern, nannte Stelzer-Orthofer das neue Kindergeld, das es Frauen ermöglicht rascher in den Beruf zurückzukehren und die Väterbeteiligung erhöht, den Ausbau von qualitativ hochwertigen Kinderbetreuungseinrichtungen und das Verringern der Einkommensschere.

Heinisch-Hosek: Gesetz zur Gehaltstransparenz ist auf "gutem Weg"

Für Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek ist der Auftrag klar:
"Wir wollen, dass Frauen unabhängig leben können, dass sie ein existenzsicherndes Einkommen haben und wir wollen, dass Frauen und Männer für die gleiche Arbeit auch das gleiche Gehalt erhalten." Das Gesetz zur Gehaltstransparenz sei, so Heinisch-Hosek, trotz Skepsis, die es noch zu überwinden gelte, auf "einem guten Weg". "Das Gesetz kostet dem Staat nichts, sondern bringt einen Mehrwert. Eine aktuelle EU-Studie besagt, dass bei Gleichstellung von Frauen am Arbeitsmarkt das Wirtschaftswachstum um bis zu 32 Prozent steigen würde", so Heinisch-Hosek. Ein Mehr an qualitative hochwertigen Kinderbetreuungseinrichtungen würde nicht nur den Spagat zwischen Beruf und Familie erleichtern, sondern auch tausende Arbeitsplätze, vorwiegend für Frauen schaffen. "Im vergangenen Jahr sind 9.000 neue Kinderbetreuungsplätze und 3.200 neue Jobs in der Kinderbetreuung entstanden", machte die Ministerin klar.

Hundstorfer: Bedarfsorientierte Mindestsicherung wirksames Mittel im Kampf gegen Frauenarmut

Sozialminister Rudolf Hundstorfer betonte, dass die 100 Millionen Euro die zur Verbesserung der Notstandshilfe verwendet werden vor allem alleinstehenden Frauen zugute kommen würden, direkt in den Konsum fließen und dadurch wiederum das Wirtschaftswachstum ankurbeln würden. Die Verbesserung der Notstandshilfe sei eine der Maßnahmen, die im Rahmen der bedarfsorientierten Mindestsicherung umgesetzt werden. Die Mindestsicherung sei aber vor allem ein Sprungbrett, um Frauen - wie auch Männern - den Weg zurück ins Erwerbsleben zu ermöglichen. "Wir wollen aus Sozialhilfeempfängern, Sozialstaatsfinanzierer machen. Um sie jedoch dahin zu bringen, müssen wir ihnen die notwendige Hilfe und Unterstützung geben. Wir dürfen nicht weg- wir müssen hinschauen, um armutsgefährdeten Menschen wieder ein selbstbewusstes und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen", so der Sozialminister abschließend. (Schluss) sv

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