ÖAMTC: Falsche Kindersicherung steht bei den Vormerkdelikten ganz oben, Teil 2

80 Prozent der Teilnehmer an Kindersicherungskursen des ÖAMTC sind Männer

Wien (OTS) - Nach den vorläufigen Ergebnissen der Statistik
Austria wurden im Jahr 2009 von Jänner bis November 1.160 Kinder im Pkw verletzt. 49 Kinder erlitten dabei schwere Verletzungen, sechs Kinder starben sogar. Augenfällig ist, dass die meisten Getöteten und Verletzten in den Fällen vorliegen, wo die Kinder nicht in einem Sitz gesichert waren, sondern lediglich per Fahrzeuggurt. "Der Gurt gibt den Eltern das trügerische Gefühl, etwas für die Sicherheit ihres Kindes getan zu haben. Dabei ist der Fahrzeuggurt nur für großgewachsene Kinder ein geeignetes Sicherungsmittel", betont ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Das Gesetz besagt, dass Kinder unter 14 und kleiner als 1,50 Meter eine dem Gewicht und der Größe des Kindes entsprechende Rückhaltevorrichtung benötigen. Diese darf nur auf Fahrzeugsitzen, die mit einem passenden Sicherheitsgurt ausgestattet sind, verwendet werden. Ab einer Größe von 1,35 Metern kann alternativ der normale Sicherheitsgurt benützt werden, sofern der Gurt nicht über den Hals des Kindes läuft. "Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass alle Eltern das Beste für ihre Kinder wollen. Bei der jetzt durchgeführten Erhebung zur Kindersicherung zeigte sich, dass das ein Irrglaube ist", sagt die ÖAMTC-Expertin.

Wer die Kindersicherung total vernachlässigt, riskiert nicht nur die Gesundheit seines Kindes, sondern muss mit einer polizeilichen Anzeige rechnen. Neben der "üblichen" Strafe von ca. 70 bis 100 Euro erfolgt auch eine Eintragung im Vormerkregister. "Bei einer Polizeikontrolle ist es allerdings für den Beamten schwierig festzustellen, ob ein Kind richtig gesichert und ein Kindersitz nach ECE-Norm verwendet wird", sagt ÖAMTC-Jurist Alexander Letitzki. Von einer Bestrafung wird bei geringen Verstößen gegen formelle Bestimmungen zur Kinderbeförderung abgesehen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn das Kind für den Sitz ein wenig zu schwer ist. In solchen Fällen kommt es auch zu keiner Vormerkung.

Vormerkdelikt unterlassene Kindersicherung - ab in den Kurs

Das Führerschein-Vormerksystem gibt es in Österreich seit 1. Juli 2005. Es kennt 13 Vormerkdelikte. Eines davon ist der "Verstoß gegen die Kindersicherungspflicht". Laut Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie wurden alleine deswegen im Zeitraum von 1. Juli 2008 bis 30. Juni 2009 in Österreich 6.391 Vormerkungen eingetragen. "Die Dunkelziffer liegt natürlich wesentlich höher, es kann ja nicht flächendeckend und ständig kontrolliert werden", erklärt der ÖAMTC-Jurist. "Jedenfalls zählt die unterlassene Kindersicherung neben dem Verstoß gegen die 0,5 Promille-Grenze zu den häufigsten Vormerkdelikten."

Bei der zweiten Vormerkung für ganz mangelhafte oder nicht vorhandene Kindersicherung heißt es seit 1. September 2009 "ab zum Kindersicherungskurs". Sonst wird der Führerschein entzogen. Der ÖAMTC bietet in seinen neun Fahrtechnikzentren diese Kurse an. Dabei handelt es sich nicht um das bloße Absitzen einer Bestrafung, sondern vielmehr um eine praxisorientierte Hilfestellung mit umfassenden Informationen und Tipps rund um die Kindersicherung. Wer die Auswirkungen einer etwas stärkeren Bremsung auf ungesicherte Personen im Fahrzeug schon im geringen Geschwindigkeitsbereich erfährt, weiß um die Notwendigkeit diese wichtigen Vorschrift. Der Kindersicherungskurs besteht aus insgesamt vier theoretischen und praktischen Unterrichtseinheiten. "Auffallend ist, dass 80 Prozent der Kursteilnehmer Männer sind", sagt der ÖAMTC-Jurist. "Die Hälfte der Gesamtteilnehmer kommt aus Wien und dort liegt der Männeranteil sogar bei 95 Prozent."

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