WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Ein neues Geschäftsmodell für Österreich - von Robert Lechner

Es kommt auf den Unternehmergeist an

Wien (OTS) - Die Leitplanken für den Pfad zur Budgetsanierung stehen. Zwei Tage, nachdem die Katze aus dem Sack ist, steht freilich fest, dass auf das Land eine gigantische Belastungs- und Einsparungswelle zukommt. Gemessen an den bisherigen Erfahrungen ist das wenig überraschend. In den kommenden Monaten werden sich Politiker, Wirtschaftsforscher und andere Experten heiße Gefechte über Dinge wie höhere Steuern auf Sprit, mehr Druck auf Banken und den ein oder anderen - letztlich wieder nur kosmetischen Eingriff -ins Sozialsystem streiten. Dass etwas an den Grundfesten des Landes geändert werden muss, wird kaum jemand aussprechen.

Die anhaltende wirtschaftliche Flaute zeigt deutlich, dass die bisherigen Konzepte einfach nicht mehr ausreichen. Österreich kann auf den Weltmärkten nicht mit den Billiglohn-Giganten China oder Indien mithalten, wenn das allgemeine Wohlstandsniveau nicht gefährdet werden soll. Dass Arbeit bei uns teurer ist, muss anders gerechtfertigt werden.

Ideen, wie das erreicht werden kann, gibt es genug. Der große Wurf ist vorerst freilich noch nicht dabei. In der Umwelttechnik aber spielen wir schon seit Jahren in der Champions League mit. Im Pharmabereich könnte Ähnliches gelingen, und auch der zuletzt unter Druck geratene Autozuliefersektor scheint die Kurve in Richtung neue Technologien zu kratzen.

Ohne den Unternehmergeist noch stärker zu fördern, wird freilich vieles davon verpuffen. Endgültig überholt hat sich in den vergangenen zwei Jahren auch die Vorstellung, dass Banken all die neuen Ideen finanzieren werden. Die Institute werden sich bis auf Weiteres mehr mit eigenen Existenzsorgen als mit denen von Start-up-Firmen und innovativen Unternehmen beschäftigen können. Österreich muss vom Fremd- zum Eigenfinanzierungsland werden. Was spricht beispielsweise gegen ein neues Green Tec-Marktsegment an der Wiener Börse? Dass der Finanzplatz generell attraktiv ist, zeigen nicht zuletzt die vielen Heimkehrer der vergangenen Monate, wie Pankl Racing oder Sanochemia.

Rahmenbedingungen für ein freundlicheres Klima gegenüber unternehmerisch denkenden Menschen lassen sich übrigens ganz leicht und fast kostenlos ändern. In diese Kategorie fallen etwa die Vorschläge zur GmbH light, die derzeit offenbar auf Eis liegen. Auch, dass Wirtschaft endlich zum verpflichtenden Unterrichtsgegenstand an allen Grundschulen wird, darf nicht an den Kosten scheitern.

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