"KURIER"-Kommentar von Margaretha Kopeinig: "Absurder Vorschlag"

Griechenland aus der Euro-Zone zu werfen ist der Beginn vom Ende der EU.

Wien (OTS) - Für seine provokanten Thesen ist der deutsche Ökonom Hans-Werner Sinn bekannt. Jetzt verlangt er von der Regierung in Athen, die Euro-Zone zu verlassen (siehe Interview Seite 9) zum Vorteil und für die Stabilität Griechenlands und der Währungsunion. Das ist eine radikale Forderung, auf die der EU-feindliche Stammtisch sicher positiv reagiert.
Der Sinn-Plan ist mit der politischen Realität der EU und dem Lissabon-Vertrag unvereinbar. Hier heißt es im Artikel 3, Absatz 3:
"Die Europäische Union fördert den
wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt und die Solidarität zwischen den Mitgliedsstaaten."
Daraus leitet sich wohl ab, was das Gebot der Stunde der EU-Partner gegenüber Griechenland ist. Versteht man die Union der 27 als politische Einheit, muss es eine gemeinsame Problemlösung geben. Wichtiger für die Stabilität der Euro-Zone und der EU ist derzeit Haushaltsdisziplin in allen Ländern, eine enge wirtschaftspolitische Kooperation und Fesseln für Zocker, die in der Marktwirtschaft nichts verloren haben.
Nur wenn man die EU stark vereinfacht betrachtet, ist der Euro-Ausschluss eine Option. Denkt man weiter, wird beim nächsten Problem eines Landes der Austritt verlangt. Diese Strategie wäre das Ende der EU.

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