Zinggl fordert Indexanpassung bei Volksgruppenförderung

Wenn sich Rat der Kärntner Slowenen auflöst, wäre das auch die Bankrotterklärung der österreichischen Minderheitenpolitik

Wien (OTS) - "Es ist eine Schande und das Ergebnis einer ständig marginalisierenden Kulturpolitik, die immer nur das Mehrheitsfähige in den Vordergrund rückt." Verärgert reagiert der Kultursprecher der Grünen, Wolfgang Zinggl auf die drohende Auflösung der angesehene Institution Rat der Kärntner Slowenen. Der Rat ist maßgeblich an der Erarbeitung eines modernen Volksgruppenrechts beteiligt und hat die Ortstafelfrage mehrmals an den Verfassungsgerichtshof herangetragen. Schuld an der jetzigen Misere gibt Zinggl nicht zuletzt den seit Jahrzehnten ausbleibenden Valorisierungen der Volksgruppengelder. Die Fördergelder aus dem Bundeskanzleramt wurden seit 1995 nicht mehr an die Inflation angepasst, was de facto eine laufende Kürzung bedeutet. "Es ist aber vor allem das Desinteresse der Regierung an der Durchsetzung aller gesetzlich vorgeschriebenen Rechte der slowenischstämmigen Minderheit in Kärnten. Dieses Desinteresse führt letztlich zu schleichenden Assimilationen und dann zu Auflösungstendenzen der Volksgruppen. Und das ist genau der Weg, der von der kulturellen Vielfalt weg führt", bedauert Zinggl. Er hofft, dass der Bundeskanzler dieser Entwicklung nun endlich entgegenwirkt. "Es geht nicht an, dass die Volksgruppenvereine ums nackte Überleben kämpfen müssen" so Zinggl. "Was muss noch alles geschehen, bis das Land draufkommt, wie sehr es seine Pflichten gegenüber Minderheiten vernachlässigt?"

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