Regner: Abschaffung der Rechnungslegungspflicht bringt keine Verwaltungsvereinfachung

Definition von Mikrounternehmen zu hinterfragen

Wien (OTS/SK) - "Ich unterstütze das Vorhaben, den Verwaltungsaufwand für Kleinstunternehmen zu reduzieren. Es ist jedoch Vorsicht geboten, was die Definition von Kleinstunternehmen betrifft", so die stv. Delegationsleiterin Evelyn Regner am Mittwoch anlässlich der Abstimmung über den Bericht zum Jahresabschluss von Kleinunternehmen der bedauerlicherweise angenommen wurde. Er sieht vor, Mikrounternehmen aus der Rechnungslegungspflicht auszunehmen. "Laut Kommission gelten als Mikrounternehmen all jene, die im Durchschnitt unter 10 Mitarbeiter haben. In Österreich sind das 90 Prozent aller Unternehmungen", erläutert Regner, die festhält, dass es bei diesen "Mikrounternehmen" nicht um Betriebe gehe, die eine einfache Einnahmen- und Ausgabenrechnung führen, sondern Rechtsformen wie GmbHs oder AGs umfasse. ****

Deshalb plädiert Regner dafür, die Verwaltungsvereinfachungen nicht auf die Abschaffung der Rechnungslegungspflicht zu fokussieren, sondern ein Gesamtpaket zu erarbeiten, das einen Bürokratieabbau für kleinere Unternehmen zur Folge hat. Denn, so Regner, es sei zu bezweifeln, dass die Abschaffung der Rechnungslegungspflicht wirklich zur Reduktion des Verwaltungsaufwandes beiträgt, würden doch die Unternehmen den Jahresabschluss brauchen, um beispielsweise bei Kreditvergaben den Unternehmenserfolg nachweisen zu können oder potentiellen Investoren Einblick in die Finanzgebahrung des Betriebes gewährleisten zu können. Darüber hinaus hätte die Abschaffung der Rechnungslegungspflicht eine Verzerrung der Wettbewerbssituation in Europa zur Folge, da nach wie vor nationale Regelungen möglich wären. "Wollen wir wirklich eine Verwaltungsvereinfachung, dann brauchen wir europaweite Regelungen, die einerseits Transparenz und andererseits einen fairen Wettbewerb garantieren", so Regner abschließend. (Schluss) bj/mp

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