AGES: Aktuelle Fallzahlen zu Listeriose-Ausbruch

Zwei weitere Fälle aus Niederösterreich und der Steiermark bestätigt / AGES warnt vor dem Verzehr noch vorhandener betroffener Quargel-Produkte

Wien (OTS) - Von der AGES-Referenzzentrale für Listeriose wurden zwei weitere Fälle im Listeriose-Ausbruch 2009/2010 bestätigt: Eine Frau (70 Jahre alt, Niederösterreich) wurde wegen einer eitrigen Hirnhautentzündung und Blutvergiftung stationär im Krankenhaus aufgenommen. Der zweite Patient ist männlich (79 Jahre alt, Steiermark) und wurde ebenfalls wegen einer Hirnhautentzündung stationär im Krankenhaus aufgenommen. Bei zumindest einem Fall lag der Infektionszeitpunkt vermutlich nach dem Rückruf der betroffenen Produkte. Bis 10.03.2010 wurden im Jahr 2010 in Österreich 17 Patienten/-innen mit einer Listeriose stationär im Krankenhaus behandelt. Bei zwölf Patienten ist ein Zusammenhang mit dem betroffenen Quargel festgestellt worden, bei fünf Patienten wurde ein Zusammenhang ausgeschlossen.

In Summe sind in Österreich somit 24 humane Listeriose-Fälle diesem Listeriose-Ausbruch zuzuordnen (2009: 12 Erkrankte, davon vier Todesfälle; 2010: 12 Erkrankte, ein Todesfall. Anmerkung: Der Todesfall 2010 ereignete sich zwar bereits am 26.12.2009, die Zuordnung zum Ausbruch wurde aber 2010 bestätigt. Dieser Ausbruchsfall wird daher vorerst dem Jahr 2010 zugeordnet). Vom Ausbruch betroffen sind alle Bundesländer außer Vorarlberg und Tirol.

In diesem Zusammenhang warnt die AGES ausdrücklich vor dem Verzehr eventuell noch vorhandener betroffener Quargel-Produkte:

  • Hartberger Bauernquargel natur 200 g
  • Hartberger Bauernquargel Paprika 200 g
  • Hartberger Bauernquargel Parika 100 g
  • Hartberger Bauernquargel mit Kümmel 200 g
  • Steirischer Quargel mit Paprika 125 g
  • Steirischer Quargel mit Kümmel 125 g
  • Fastenkäse Klassik 150 g
  • Fastenkäse Chilli 150 g
  • Milchkanne Quargel 200 g
  • Milfina Quargel 200 g.

Was tun, wenn noch betroffener Quargel in Kühlschrank/Tiefkühltruhe vorhanden ist?

Die betroffenen Produkte unbedingt wegwerfen oder, falls gewünscht, zur Veranlassung einer amtlichen Untersuchung Kontakt mit der Bezirksverwaltungsbehörde aufnehmen.

Kühlschrank:

Der Kühlschrank sollte regelmäßig mit einem haushaltsüblichen Reiniger mit ordentlicher Fettlösekraft gründlich gereinigt werden. Bei Bedarf vorher abtauen (Vereisung als Quelle für Schwitzwasser vermeiden). Schwitzwasser und Feuchtigkeit sollte möglichst entfernt werden, da die Keime zum Wachstum Feuchtigkeit benötigen. Risikopersonen (betagt, immungeschwächt, schwanger) sollten die Reinigung möglichst Angehörigen überlassen. Besonders, wenn Risikopersonen im Haushalt sind, sollten Aufbewahrungsbehältnisse und Geschirr heiß gespült (ideal Spülmaschine, bei Risikopersonen Eco-und Niedrigtemperaturprogramme vermeiden) werden. Für die Reinigung verwendet man am besten Einmalpapier (Küchenrolle). Werden Putztücher, Lappen und Handtücher eingesetzt, müssen diese häufig gewechselt bzw. heiß gewaschen (ideal: Kochwaschgang der Waschmaschine). Desinfektionsmittel (oft alkoholisch) sind meist entzündlich, deshalb kann die Anwendung im elektrisch betriebenen Kühlschrank evtl. gefährlich sein. Sie wirken nur, wenn auch der winzigste Fettfilm entfernt ist, weil Listerien selbst in dünnsten Fettschmieren nicht zuverlässig durch Desinfektionsmittel abgetötet werden. Wichtiger als Desinfektionsmittel sind möglichst saubere, fettfreie und trockene Oberflächen im Kühlschrank. Es muss trotzdem damit gerechnet werden, dass in Nischen, Ecken und im Schwitzwasserablauf noch Listerien die Putzaktion überleben. Deshalb sollte in nächster Zeit die Reinigung des Kühlschranks häufiger wiederholt werden (zwei Mal pro Woche).

Unterschiedliche Lebensmittel sollten im Kühlschrank in getrennten, flüssigkeitsdichten und sauberen Behältnissen (ideal:
verschließbare Dosen) gelagert und bald vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum verbraucht werden.

Tiefkühltruhe:

Solange die Quargelpäckchen in der Tiefkühltruhe ungeöffnet, flüssigkeitsdicht und von außen nicht verschmutzt/fettig/klebrig sind, werden die anderen Lebensmittel und der Tiefkühlschrank nicht verunreinigt: Quargel also einfach ungeöffnet in den Abfall werfen.

Die (funktionstüchtige!) Tiefkühltruhe hat gegenüber dem Kühlschrank den Vorteil, dass sich Listerien bei Minustemperaturen nicht vermehren können.

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/148

Rückfragen & Kontakt:

AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Unternehmenskommunikation:
Univ.-Doz. Dr. Ingrid Kiefer
Tel: 050 555-25000
E-Mail: ingrid.kiefer@ages.at
www.ages.at

Fachlich:
Univ.-Prof. Dr. Franz Allerberger
Tel: 050 555-35500
E-Mail: franz.allerberger@ages.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GEL0001