Tumpel: Höchste Maklerprovisionen in Europa für heimische Wohnungssuchende 1

Wien (OTS) - MieterInnen zahlen durchschnittlich 2.400 Euro,
Käufer einer Eigentumswohnung durchschnittlich 5.400 Euro an Maklerprovision. Das zeigt eine aktuelle Ifes-Erhebung für die AK bei 200 MieterInnen und WohnungseigentümerInnen. "Für die Vermittlung einer Wohnung müssen Mieter und Wohnungssuchende so tief in die Geldbörse greifen wie nirgendwo sonst in Europa", sagt AK Präsident Herbert Tumpel. Was bekommen sie dafür? Viel zu oft schlechte, unvollständige Infos. So wird etwa in vielen Fällen den Mietern verschwiegen, ob die verlangte Miete dem Gesetz entspricht oder in welchem Zustand die Wohnung ist.

Praktisch alle Makler verlangen von MieterInnen die höchst mögliche Provision. Das sind drei Monatsmieten bei unbefristeten Mietwohnungen, zwei Monatsmieten bei bis zu drei Jahre befristeten Mietwohnungen plus 20 Prozent Umsatzsteuer. So zahlen MieterInnen durchschnittlich 2.400 Euro Höchstprovision. Bei den Eigentümern wurde in drei Viertel der Fälle die Höchstprovision verrechnet. Sie macht drei Prozent des Kaufpreises plus 20 Prozent Umsatzsteuer aus. WohnungskäuferInnen mit Höchstprovision zahlten im Schnitt 6.070 Euro. Die Durchschnittsprovisionszahlung lag bei rund 5.400 Euro.

Jeder zweite befragte Mieter hatte den Eindruck, dass der Makler in erster Linie die Interessen des Vermieters vertreten hat. Das Ergebnis entspricht auch den tatsächlichen Marktverhältnissen. Die VermieterInnen oder Hausverwalter beauftragen die Makler, ihnen einen Mieter zu suchen. Trotzdem zahlen die Hausverwalter/VermieterInnen in der Regel nichts an den Makler. Die Makler halten sich stattdessen bei den MieterInnen schadlos. Sie müssen folglich die höchsten Provisionen in Europa zahlen.

Die AK Studie zeigt, dass Makler Wohnungssuchende oft schlecht informieren. MieterInnen bekamen zwar in der Regel die Aufgliederung der Miet- und Betriebskosten und den Mietvertragsentwurf. In 15 Prozent der Fälle bekamen sie keine Kostenaufstellung und keinen Mietvertragsentwurf. Genauere Infos über etwa den Zustand des Hauses, der Wohnung oder Einrichtung durch den Makler bestätigten nur sechs von zehn MieterInnen. Noch viel lückenhafter ist die Informationsweitergabe der Makler an die angehenden MieterInnen: Über gesetzliche Grundlagen des Mietvertrages informieren nur 36 Prozent. Darüber, ob die Miethöhe dem Gesetz entspricht, informierten nur 24 Prozent. Über allfällige nachteilige Klauseln im Mietvertrag informierten nur 22 Prozent.

KäuferInnen einer Eigentumswohnung legten Makler zwar in den meisten Fällen einen Grundbuchauszug und den Kaufvertragsentwurf vor. Aber zwölf Prozent erhielten keinen Grundbuchauszug, 18 Prozent keinen Kaufvertragsentwurf. Jedem fünften Käufer unterschlugen die Makler eine Aufstellung der Bewirtschaftungskosten (etwa Betriebskosten, Rücklagen). 35 Prozent der Befragten bekamen vom Makler nicht den Wohnungseigentumsvertrag. Fast jeder Zweite wurde nicht über anstehende Hausreparaturen informiert.

Ifes (Institut für empirische Sozialforschung) hat für die AK 200 Personen befragt, die in den letzten vier Jahren eine Wohnung über Makler gemietet oder gekauft haben. (Forts.)

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