Seeber: Klimaschutz ist nur mit den Bürgern machbar

Hedegaard hat Handlungsbedarf für mehr Bürgerbeteiligung

Strassburg, 10. März 2010 (OTS) "Europa hat in Kopenhagen nicht bekommen, was wir wollten: Ein verbindliches internationales Abkommen. Jetzt müssen wir uns genau überlegen, wie wir dieses Ziel in einem zweiten Schritt doch noch erreichen können. Die EU muss dafür stärker mit einer Stimme sprechen und eine schlagkräftige Klimadiplomatie erarbeiten. Dazu sind Bündnisse mit den großen Industriestaaten der Welt sowie den progressiveren Entwicklungsländern notwendig", richtet EVP-Umweltsprecher Dr. Richard Seeber einen klaren Auftrag an die neue EU-Klimaschutzkommissarin Connie Hedegaard. Bei der ersten Plenardiskussion mit Hedegaard über die Neubelebung der Klimadebatte forderte Seeber aber auch mehr Bürgerinformation ein: "Klimaschutz ohne breite Beteiligung der Öffentlichkeit und eine umfassende Information der Bürger ist nicht machbar. Hier hat Hedegaard Handlungsbedarf", so Seeber. ****

Auf internationaler Ebene sei Cancun die nächste Chance, um internationale verbindliche Ziele zu vereinbaren. Europa müsse aber mit realistischen Zielen und ohne Wettbewerb der Zahlen in die Verhandlungen gehen. "Ein gemeinsam realisierbares Ziel mit konkreten Vorstellungen ist wichtiger als utopische Forderungen. Ein verbindliches Abkommen wäre eine Riesenchance für unsere Wirtschaft. Europa muss sich der Herausforderung einer weltweiten Führerschaft in der Klimapolitik stellen. Ressourceneffizienz muss unabhängig vom Klimawandel weiterbetrieben werden", so der Umweltsprecher der größten Fraktion des Europaparlaments.

Kopenhagen dürfe aber nicht nur als gescheitert gesehen werden:
"Wir haben auch positive Verhandlungsergebnisse wie die ausdrückliche Aufnahme des 2-Grad-Ziels oder die Tatsache, dass die Entwicklungs-und Schwellenländer und auch die USA - von ihnen selbst eingeräumt -eine gemeinsame Verantwortung tragen wollen. Sie haben die Notwendigkeit zu der Verpflichtung anerkannt und wollen Maßnahmen zur Verringerung der Emissionen ergreifen", sieht Seeber auch internationale Fortschritte in der Klimapolitik.

Ein Fonds in Höhe von rund 100 Milliarden Euro von den Industrieländern bis 2020 sowie weitere rund 30 Milliarden Euro für Entwicklungsländer in den nächsten drei Jahren (2010-2012) sollen zudem zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen. Ein weiterer Erfolg sei die Einrichtung eines 'Green Climate Fund' für Projekte im Zusammenhang mit Abholzung und Waldschädigung in Entwicklungsländern. "Abholzung und Waldschädigung erzeugen mehr Treibhausgase. Gesunde Wälder können Treibhausgasemissionen verstärkt beseitigen. Die Einrichtung derartiger Mechanismen sowie der Austausch entsprechender Technologien ist von sehr großer Bedeutung. Erreichen werden wir die Klimaziele aber nur gemeinsam - und dazu gehören nicht nur Verhandlungsführer, sondern vor allem auch die Bevölkerung und die betroffenen Unternehmen", so Seeber abschließend.

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