Missbrauch: Kapellari bittet alle Opfer, sich zu melden

Steirischer Bischof tief betroffen von aktuell bekannt gewordenem Missbrauchsfall eines Kapuzinerpaters - Fall war bisher weder der diözesanen Ombudsstelle noch den diözesanen Verantwortlichen bekannt

Graz, 09.03.10 (KAP) Tief betroffen über jenen am Dienstag bekannt gewordenen Missbrauchsfall eines Kapuzinerpaters, hat sich der steirische Diözesanbischof Egon Kapellari gezeigt. In einer Presseaussendung der Diözese Graz-Seckau vom Dienstagabend verweist Bischof Kapellari auf den unbedingten Willen der Bischöfe, alle Fälle von sexuellem Missbrauch durch kirchliche Mitarbeiter aufzuarbeiten: "Wir bitten alle Opfer ausdrücklich um Verzeihung und bitten sie, sich zu melden."

Wie es in dem Bericht der Wochenzeitung "Der Falter" heißt, seien in den späten 1970er und 1980er Jahren bis zu zwanzig Kinder und Jugendliche beiderlei Geschlechts von dem Kapuzinerpater sexuell missbraucht oder belästigt worden. Der Pater war vor 25 bis 30 Jahren als Pfarrer in der Oststeiermark tätig gewesen. Laut dem Bericht hat der Priester, der mittlerweile seit über 20 Jahren im Burgenland tätig ist, die mittlerweile verjährten Vorfälle bestätigt.

Wie es in der Presseaussendung der Diözese Graz-Seckau heißt, sei dieser Fall bisher weder der diözesanen Ombudsstelle noch den diözesanen Verantwortlichen bekannt gewesen.

Bischof Kapellari verweist in der Aussendung auf die jüngste Erklärung der österreichischen Bischöfe, in der allen Respekt gezollt wird, "die bereit sind, über ihre Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch im kirchlichen Umfeld zu sprechen. Es ist nur zu erahnen, wie viel Überwindung und Mut es braucht, die Erinnerung an erlittenen Missbrauch in Worte zu fassen."

Unter Verweis auf das Jesuswort "die Wahrheit allein macht frei" hätten die Bischöfe ausdrücklich alle Betroffenen eingeladen, "sich an die Ombudsstellen der Diözesen zu wenden, wo sie einen geschützten und vertraulichen Rahmen für das Gespräch haben".

Der steirische Bischofe erinnert auch an die Forderung der Bischöfe an die Täter, ehrlich Rechenschaft zu geben und sich ebenfalls zu melden. Jeder Verdächtigte oder Überführte könne mit einem ordnungsgemäßen Verfahren rechnen, bei strafrechtlich relevanten Tatbeständen werde selbstverständlich volle Kooperation mit den Behörden geübt.

Bischof Kapellari wörtlich: "Der aktuelle Fall ist für uns Anlass, unsere Einladung zur restlosen Aufklärung, so weit sie menschenmöglich ist, zu wiederholen. Das sind wir den Opfern schuldig, aber auch den vielen Tausenden von unbescholtenen ehren-und hauptamtlichen Frauen, Männern und Jugendlichen, die Tag für Tag durch ihre kirchliche Arbeit ein glaubwürdiges Zeugnis für die befreiende Botschaft Jesu Christi geben."

(forts. mgl.) gpu/

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