"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Ewige Skandal-Wunden"

Missbrauchs-Fälle ohne Ende: Warum die Kirche nicht zur Ruhe kommt.

Wien (OTS) - Der Fall ist eine halbe Ewigkeit her, den der 53-Jährige immer noch hörbar gequält im Ö1-Morgenjournal erzählte:
Ein Mönch habe ihn als Teenager bei einem Ausflug derart missbraucht, dass er bis heute darunter leidet (Bericht Seite 19). Dieser war nicht der einzige Täter in diesem Salzburger Kloster, er nicht das einzige Opfer. Seit in Deutschland eine Kirchen-Internat nach dem anderen zum Skandalfall wird, brechen urbi et orbi alte Wunden wieder auf.
Ein Muster, das hierzulande seinen Ausgang nahm. Als 1995 ein ehemaliger Zögling zwanzig Jahre nach dem Vorfall den Mut fasste, den damaligen Wiener Kardinal Hans Hermann Groer als Kinderschänder zu outen, trat er erstmals eine Welle von Enthüllungen los.
Die Auslöser des kirchlichen Bebens reichten von Chicago bis Sydney. Dieser quälende Skandal-Kreislauf wird noch lange kein Ende nehmen, wenn die Kirchenführung sich nicht zu einem doppelten Befreiungsschlag durchringt. Sie muss endlich auf alle noch stummen Opfer der Vergangenheit aktiv und offen zugehen. Und gleichzeitig bei Kinderschändern aller Unart den Irrglauben ausmerzen, sie könnten hinter Kirchenmauern auch in Zukunft ein attraktives Versteck finden.

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