FFG: Österreich braucht einen klaren Budgetpfad für Forschung

Planungssicherheit und ein klarer Wachstumskurs sind Voraussetzung für die Entwicklung der Wirtschaft

Wien (OTS) - "Jetzt das Budget für die wirtschaftsnahe Forschung runter zu fahren, wäre eindeutig das falsche Signal", appellierten die FFG-Geschäftsführer Henrietta Egerth und Klaus Pseiner vor allem an die Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft am Dienstag, bei der gemeinsamen Innovationsveranstaltung "Future Innovation Trends" von Industriellenvereinigung, österreichischer Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), 3M Österreich GmbH und des Vereins zur Förderung von Forschung und Innovation (vffi).

Österreich habe sich in den vergangenen Jahren als Forschungs- und Innovationsstandort gut entwickelt und der Aufholprozess innerhalb Europas sei sichtbar gelungen. Das zeige sich nicht nur an den F&E-Ausgaben, die in Österreich stärker und kontinuierlicher angestiegen seien, als in den meisten anderen EU-Staaten. Mitten in der Wirtschaftskrise offenbare sich jedoch ein bedenklich anderes Bild. "Denn so wie es aussieht, reißt der Wachstumspfad in der Forschung eindeutig ab, das Budget für wirtschaftsnahe Forschung könnte weiter massiv einbrechen, und die Balance zwischen direkter und indirekter Forschungsförderung gerät in Schieflage", betonten die FFG-Geschäftsführer in ihren Ausführungen.

Aber gerade vor dem Hintergrund der anhaltenden Wirtschaftskrise müsse man auf Kurs bleiben und dürfe nicht zulassen, dass Unternehmen sich aus der ambitionierten Forschung zurückziehen und ihr Engagement auf die weniger riskante (Weiter)-Entwicklung verlagern. "Immerhin setzt Wettbewerbsfähigkeit Innovationen voraus. Und Innovationen wiederum basieren auf Forschung und Entwicklung", argumentierten Egerth und Pseiner.

Auf die Frage, ob Grundlagenforschung oder angewandte Forschung besser dotiert sein sollten oder nicht, gaben die FFG-Geschäftsführer eine unmissverständlich klare Antwort: "Es geht nicht um Pro Grundlagenforschung und Contra angewandte, wirtschaftsnahe Forschung, oder umgekehrt. Es geht um das richtige Zusammenspiel der Kräfte, um den Ausbau des kooperativen Sektors und dabei geht es vor allem um die Übersetzung von Entwicklungen in Innovationen, die als nachgefragte Produkte und Anwendungen am Markt reüssieren können.", so Henrietta Egerth, "Dabei ist die FFG als Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Forschung und industrieller Innovation längst aktiver Partner der universitären Forschung.", ergänzt Klaus Pseiner und verweist auf die steigenden Beteiligungen in Kooperationsprojekten und vor allem auf die, 2009 auf ein Drittel angewachsenen Anteile der Hochschulen am gesamten FFG-Fördervolumen.

"Neben einem klaren, kontinuierlich wachsenden Budgetpfad muss Forschung vor allem längerfristig gedacht werden", plädierten Egerth und Pseiner einmal mehr für eine nachhaltige Forschungspolitik, die sich in Bezug auf die zeitliche Dimension durchaus auch an der EU orientieren solle. Das 7. EU-Rahmenprogramm für Forschung sei mit einer Dauer von sieben Jahren langfristig ausgerichtet und ermögliche den Forscherinnen und Forschern die notwendige Planungssicherheit. "Das braucht es auch in Österreich.", hieß es weiter. Egerth und Pseiner räumten aber auch ein, dass es Handlungsbedarf in einer "verstärkten und besseren Abstimmung zwischen nationalen und europäischen Programmen" gäbe und sich Unternehmen - vor allem große Unternehmen - stärker im 7. Rahmenprogramm engagieren sollten.

Das alles seien die Eckpfeiler der Strategie für Forschung, Technologieentwicklung und Innovation (FTI), die die Ministerien aktuell entwickeln, und in die die FFG hohe Erwartungen setzt. "Bei der Forschungsstrategie bedarf es einem echten Umdenkprozess "weg vom Programmdenken, hin zu einem themenübergreifenden Denken" mit dem Ziel, schneller, transparenter und wirksamer Forschungsprojekte zu unterstützen", bricht Klaus Pseiner die Lanze für mehr Handlungsspielraum. "Wir wissen heute, dass die Lenkungswirkung von Programmen beschränkt und vor allem überholt ist.", weiß Egerth. Daher müsse auch Forschungspolitik selbst innovativ sein, verstärkt in Portfolios für verschiedene Zielgruppen denken und die Angebote anpassen. "Letztlich werden wir dadurch rascher auf Veränderungen und Bedürfnisse reagieren können.", fassten Henrietta Egerth und Klaus Pseiner zusammen.

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